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Ignacio Buse gewinnt das Hamburg Open 2026

Die 120. Ausgabe des Herrenturniers am Rothenbaum hat einen Sieger, mit dem vor Turnierbeginn kaum jemand gerechnet hatte. Der Peruaner Ignacio Buse setzte sich im Finale des Hamburg Open 2026 gegen den US-Amerikaner Tommy Paul mit 7:6(6), 4:6, 6:3 durch — und war dabei über das gesamte Turnier hinweg kein Teil des gesetzten Feldes, sondern über die Qualifikation ins Hauptfeld gekommen.

Ein Qualifikant im Endspiel eines ATP-500-Turniers

Dass ein Spieler aus der Qualifikation ein Turnier dieser Kategorie gewinnt, kommt selten vor. Buse musste dafür zwei Runden mehr bestehen als die gesetzten Spieler, was auf dem langsamen Sand des Rothenbaums vor allem eine konditionelle Frage ist: Wo Ballwechsel lang und Matches zäh sind, summiert sich jede zusätzliche Partie über eine Turnierwoche zu echter Substanzarbeit. Der Sandplatz in Hamburg belohnt genau die Eigenschaften, die einen Qualifikanten weit tragen können, nämlich Geduld, Beinarbeit und die Bereitschaft, einen Punkt über zwanzig Schläge aufzubauen.

Im Teilnehmerfeld standen mit Félix Auger-Aliassime, Ben Shelton, Alex de Minaur und dem Vorjahressieger Flavio Cobolli die höher eingeschätzten Namen. Dass am Ende keiner von ihnen im Endspiel stand, sagt weniger über deren Form als über den Charakter des Turniers: Die Hamburger Woche liegt im Kalender so, dass Topgesetzte hier oft zwischen zwei größeren Zielen antreten, während für Außenseiter der Titel der Saisonhöhepunkt ist.

Das Finale: der erste Satz als Wendepunkt

Der Verlauf des Endspiels folgte dem Muster vieler Rothenbaum-Finals. Der erste Satz ging in den Tiebreak und wurde dort mit 8:6 entschieden — ein Satz, in dem beide Spieler ihre Aufschlagspiele über weite Strecken souverän durchbrachten und die Entscheidung an wenigen Punkten hing. Paul antwortete im zweiten Satz mit 6:4 und schien das Momentum zu drehen, doch im dritten setzte sich Buse mit 6:3 ab.

Genau dieser dritte Satz ist die interessante Größe. Nach der Qualifikation und fünf Hauptfeldpartien war Buse rein rechnerisch der müdere Spieler; dass er dennoch den Schlusssatz klar gewann, deutet darauf hin, dass er sein Spiel über die Distanz besser dosiert hatte. Wer die Anforderungen des Belags nachvollziehen will, findet die Einordnung im Überblick zum German Open und zum roten Sand am Rothenbaum.

Einordnung in die Turniergeschichte

Mit Buse steht erstmals ein peruanischer Spieler in der Hamburger Sieger-Liste. Für ein Turnier, das seit 1892 ausgespielt wird und dessen Titelträger über Jahrzehnte fast ausschließlich aus Europa, Nord- und Südamerika kamen, ist das ein neuer Eintrag in einer sehr langen Reihe. Die komplette Sieger-Liste seit 1892 zeigt, wie oft der Rothenbaum Spieler früh auf seiner Bühne sah, die anschließend Karriere machten — Rod Laver, John Newcombe und Ivan Lendl stehen ebenso darin wie Roger Federer und Rafael Nadal.

Ob Buse diesem Muster folgt, entscheidet sich in den kommenden Saisons. Historisch gilt für Hamburg: Ein Titel hier ist selten ein Endpunkt. Für die Einordnung der aktuellen Generation lohnt der Blick in die Spielerprofile, und wer die Kennzahlen der ganz Großen direkt vergleichen will, findet sie im GOAT-Vergleich.

Das Damenturnier: Korpatsch holt den Heimtitel

Zwei Monate nach dem Herrenwettbewerb entschied die Deutsche Tamara Korpatsch das WTA-250-Turnier am Rothenbaum mit 6:3, 6:3 gegen die Ungarin Anna Bondár für sich. Für Bondár war es das dritte Hamburger Endspiel in Folge: 2024 hatte sie den damals als WTA 125 ausgespielten Wettbewerb gewonnen, 2025 gegen die Französin Loïs Boisson verloren, und 2026 unterlag sie erneut. Seit 2021 wird in Hamburg wieder parallel ein Damenturnier ausgetragen, nachdem der Wettbewerb zwischen 2003 und 2020 vollständig aus dem Kalender verschwunden war.

Häufige Fragen zum Titel 2026

Wer gewann das Hamburg Open 2026?

Der Peruaner Ignacio Buse gewann das Hamburg Open 2026 am Rothenbaum. Im Finale setzte er sich gegen den US-Amerikaner Tommy Paul mit 7:6(6), 4:6, 6:3 durch.

Warum ist Buses Titel in Hamburg bemerkenswert?

Buse kam über die Qualifikation ins Hauptfeld. Ein Qualifikant, der ein ATP-500-Turnier gewinnt, ist eine Ausnahme — er muss dafür zwei Runden mehr überstehen als die gesetzten Spieler.

Wann fand das Hamburg Open 2026 statt?

Das Herrenturnier lief vom 17. bis 23. Mai 2026 am Rothenbaum, das Damenturnier vom 20. bis 26. Juli 2026. Es war die 120. Ausgabe des Herrenwettbewerbs.

Wer gewann das Damenturnier 2026 in Hamburg?

Die Deutsche Tamara Korpatsch gewann das WTA-250-Turnier am Rothenbaum mit 6:3, 6:3 gegen die Ungarin Anna Bondár. Bondár stand damit zum dritten Mal in Folge im Hamburger Endspiel.