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· Rückblick

Flavio Cobolli und der Hamburg-Titel 2025

Ein Jahr vor Ignacio Buses Überraschungssieg hatte am Rothenbaum ein anderer Spieler den Titel geholt, dessen Erfolg im Rückblick klarer wirkt als damals: Flavio Cobolli gewann das Hamburg Open 2025 mit 6:2, 6:4 gegen Andrey Rublev. Es war ein Endspiel, in dem der Italiener den erfahreneren Gegner über zwei Sätze kontrollierte — und ein Titel, der sich in eine lange italienische Tradition am Rothenbaum einreiht.

Ein Finale gegen einen Hamburg-Kenner

Rublev war 2025 kein beliebiger Finalgegner. Der Russe hatte das Turnier 2020 selbst gewonnen und 2019 schon im Endspiel gestanden, war also mit den Bedingungen am Rothenbaum bestens vertraut. Dass Cobolli ihn in zwei Sätzen bezwang, davon den ersten mit 6:2, sagt einiges über die Klarheit, mit der der Italiener das Match anlegte. Auf dem langsamen Hamburger Sand ist ein 6:2 im ersten Satz gegen einen früheren Champion selten das Ergebnis eines Zufalls.

Der Belag begünstigt Spieler, die den Punkt konstruieren statt erzwingen, und genau darin lag Cobollis Vorteil. Wer sehen will, welche Spielertypen sich am Rothenbaum historisch durchgesetzt haben, findet die Muster in den Spielerprofilen beschrieben — die Sieger-Liste des Turniers ist über Jahrzehnte hinweg auffallend arm an reinen Aufschlagspielern.

Die italienische Linie in der Sieger-Liste

Italienische Titelträger sind in Hamburg keine Seltenheit, und die Namen verteilen sich über die gesamte Turniergeschichte. Nicola Pietrangeli gewann 1960, Paolo Bertolucci 1977, Fabio Fognini 2013 und Lorenzo Musetti 2022 — Cobolli ist damit der fünfte Italiener in der Reihe und der zweite innerhalb von vier Jahren. Für ein Sandplatzturnier ist diese Häufung nicht überraschend: Die italienische Tennisausbildung ist traditionell stark auf Asche ausgerichtet, und der Rothenbaum verlangt genau dieses Repertoire.

Bemerkenswerter ist der zeitliche Abstand zwischen den Namen. Zwischen Pietrangeli und Bertolucci liegen 17 Jahre, zwischen Bertolucci und Fognini 36. Dass mit Musetti 2022 und Cobolli 2025 zwei Titel in kurzer Folge nach Italien gingen, spiegelt die Breite, die der italienische Herrentennis in den 2020er-Jahren erreicht hat. Die vollständige Reihe steht in der Sieger-Liste seit 1892.

Was der Titel für die Saison bedeutete

Ein Titel bei einem ATP-500-Turnier bringt Ranglistenpunkte, die im Saisonverlauf über die Setzliste größerer Turniere mitentscheiden. Cobolli ging 2026 als Nummer zwölf der Weltrangliste und als Nummer vier gesetzt erneut in Hamburg an den Start, konnte den Titel aber nicht verteidigen. Auch das gehört zum Charakter des Turniers: Die Hamburger Woche produziert seit Jahren selten Titelverteidiger, weil das Feld jedes Jahr anders zusammengesetzt ist und der Belag Formschwankungen stärker bestraft als schnellere Untergründe.

Für Beobachter der Tour ist gerade das der Reiz. Wer die Quoten und Wahrscheinlichkeiten rund um ein solches Turnier einordnen möchte, findet im Bereich Tennis-Wetten eine verständliche Übersicht, wie sich Sandplatzbedingungen auf Erwartungswerte auswirken. Die längerfristigen Entwicklungen der Tour behandeln die Analysen und Trends.

Das Damenturnier 2025

Parallel zur Herrenwoche wird am Rothenbaum seit 2021 wieder ein Damenturnier ausgespielt. 2025 gewann dort die Französin Loïs Boisson mit 7:5, 6:3 gegen die Ungarin Anna Bondár, die im Jahr zuvor selbst den Titel geholt hatte. Der Wettbewerb hat seit 2024 den Status eines WTA-250-Turniers, nachdem er zuvor als WTA 125 ausgetragen worden war. Zwischen 2003 und 2020 hatte in Hamburg überhaupt kein Damenturnier stattgefunden.

Häufige Fragen zum Titel 2025

Wer gewann das Hamburg Open 2025?

Der Italiener Flavio Cobolli gewann das Hamburg Open 2025 am Rothenbaum. Im Finale bezwang er Andrey Rublev mit 6:2, 6:4.

Wie kam Cobolli zu seinem Titel in Hamburg?

Cobolli setzte sich im Endspiel gegen Andrey Rublev in zwei Sätzen durch — gegen einen Spieler, der in Hamburg 2020 selbst den Titel geholt und 2019 im Finale gestanden hatte.

Wie viele Italiener haben in Hamburg gewonnen?

Cobolli reiht sich in eine Gruppe italienischer Sieger ein, zu der unter anderem Nicola Pietrangeli (1960), Paolo Bertolucci (1977), Fabio Fognini (2013) und Lorenzo Musetti (2022) gehören.

Wer gewann das Damenturnier 2025 in Hamburg?

Die Französin Loïs Boisson gewann das WTA-250-Turnier am Rothenbaum mit 7:5, 6:3 gegen die Ungarin Anna Bondár.