Basilashvili entthront Mayer

Aus der Qualifikation zum Sieg! Nikoloz Basilashvili (Georgien) triumphierte im Finale gegen den Vorjahres-Champion Leonardo Mayer (Argentinien). Nach 2:12 Stunden ballte der Georgier seine rechte Faust und ging ganz entspannt ans Netz zum Shakehands. Mit 6:4, 0:6 und 7:5 gewann der Georgier – Markenzeichen schwarzes Stirnband mit Totenkopf – alle seine sieben Matches am Hamburger Rothenbaum und ist damit der 112. Sieger der German Open 2018 presented by Kampmann. „Männer, ihr habt ein großartiges Tennismatch gespielt“, lobte der scheidende Turnierdirektor Michael Stich. Es war der erste Erfolg eines Georgiers auf der ATP World Tour.

Das Turner ist Hamburg bleibt damit weiter für Überraschungen gut. Seit 2005 gelang es keinem Spieler mehr, seinen Titel zu verteidigen. Der letzte Spieler, dem das gelang, war der Schweizer Roger Federer.

In Hamburg ging der Weltranlisten-86. aus Georgien mit einer Matchbilanz von 12:20 in das Turnier. Jetzt ist diese mit den sieben Siegen fast ausgeglichen. „Du hattest eine unglaubliche Woche, es hat gezeigt, dass du eine große Entschlossenheit und einen großen mentalen Willen besitzt“, freute sich Stich mit dem Sieger. Etwas Deutsches haftete dennoch am Finale. Seit rund zwei Monaten arbeitet Basilashvili mit Trainer Jan de Witt (Halle/Westfalen) zusammen. „Deshalb hast du auch einen ganz großen Anteil an diesem Sieg“, versuchte Basilashvili seine Freude in Worte zu kleiden. In der ersten Runde lehrte der 26-Jährige bereits dem deutschen Philipp Kohlschreiber das Fürchten.

Aber das Duo ging am Sonntag in der Hansestadt durch ein Wellental. Nach dem frühen Break zum 2:1 im ersten Satz hatte der 26-Jährige Glück mit einem Netzroller und punktete zum 4:2. Im zehnten Spiel des ersten Durchgangs wehrte er dann einen Breakball Mayers ab und nutzte seinerseits den ersten Satzball nach 49 Minuten zum 6:4.

Offenbar hatte dieser Teil des Matches zu viele Körner gekostet. Mayer streifte sich ein neues Hemd über und war nun der Beherrscher des Matches. Basilashvilis Aufschlag wurde stumpfer. Die Körpersprache tat ihr Übriges. Gleich mit 6:0 in nur 31 Minuten glich Mayer zum 1:1 nach Sätzen aus.
Im entscheidenden dritten Satz wurde die Partie von Minute zu Minute hochklassiger. Bis zum 4:4 triumphierten die Aufschläger souverän. Keiner geriet in Gefahr, sein Service zu verlieren. Erstmals wackelte der Vorjahressieger im neunten Spiel des Satzes. Über Einstand kam er zum 5:4-Vorsprung. Viele Zuschauer dachten nun, beide würden das letzte Mal die Seite wechseln. Aber Basilashvili schaffte das 5:5. Nun lag der Druck wieder bei Mayer. Dieser musste seinen Aufschlag durchbringen, um sich zumindest schon einmal den Tie-Break zu sichern.

Aber Mayer lag 15:40 zurück, wehrte einen Breakball ab, aber konnte das 5:6 nicht verhindern. Es musste also das sofortige Re-Break her. Die Chance ergab sich dazu beim 40:30. Aber der Georgier war die Ruhe in Person. Er wehrte den Ball ab und holte sich den ersten Matchball. Dieser wurden nach einer ganz knappen Entscheidung (Mayers Ballabdruck auf der Linie oder knapp im Aus war nicht mehr auszumachen) vom Stuhlschiedsrichter sogar wiederholt. Aber auch dort geriet der Ball des Rothenbaum-Siegers von 2014 und 2017 zu lang, so dass Basilashvili den Sieg feiern durfte. „Leo, es hat mit dem Triple nicht ganz gereicht, aber ich hoffe für die Fans, dass du wieder nach Hamburg kommst“, möchte Stich den Argentinier gerne in Hamburg wiedersehen.

Basilashvili klettert in der Weltrangliste voraussichtlich auf Platz 45, Mayer büßt 20 Plätze ein und findet sich auf Rang 51 wieder.