Mayer schlägt Mayer – „Leo“ regiert am Hamburger Rothenbaum!

Was für eine verrückte Geschichte: Am vergangenen Sonntag war der Argentinier Leonardo Mayer gefühlt schon auf der Hamburg-Abreise, nachdem er das Quali-Finale gegen den erst 16-jährigen Rudi Molleker verloren hatte. Und jetzt, genau eine Woche später, hält „Leo“ nach dem 6:4, 4:6, 6:4-Triumph plötzlich den Siegerpokal der German Open 2017 in die Höhe.

Im Endspiel der beiden Mayers ging es packend zur Sache. Zum Anfang hatte der Argentinier etwas mehr das Heft in der Hand, sicherte sich letztlich mit einem Break zum 6:4 die 1:0-Satzführung. Im zweiten Durchgang sorgte dann der deutsche Mayer für Jubelstürme auf den Rängen. Aus einem 2:3-Rückstand machte er – trotz gleich sechs Breakbällen gegen sich – ein 6:4. Satzausgleich, der entscheidende Durchgang musste her. In diesem behielt der Argentinier letztlich die Oberhand, weil er vom 3:3 bis zum 6:4 davonzog.

Damit ist Leonardo Mayer der erste Lucky Loser in der Tennisgeschichte, der ein ATP-500er-Turnier gewinnt. Nach dem verwandelten Satzball ging es direkt zu Freundin Milagros Aventin und zum sechs Monate alten Sohn Valentino. „Ich freue mich jedes Mal, auf diesem Court zu spielen. Mein Sohn und meine Freundin sind eine besondere Motivation“, strahlte der Sieger mit Freudentränen im Gesicht.

Eine riesige Geschichte schrieb aber auch der unterlegene Florian Mayer. Der 33-jährige Routinier zeigte während der gesamten Woche tolles Tennis und begeisterte das Hamburger Publikum. Bei der abschließenden Siegerehrung sagte der sympathische „Flo“: „Ich bin überwältigt, auch wenn ich nicht gewonnen habe. Es war eine unglaubliche Woche für mich. Die Zuschauer haben mich getragen. Ich habe mein Herz hier auf den Platz gelassen. Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht und ich hoffe, dass ich noch das ein oder andere Mal nach Hamburg zurückkommen kann.“

Turnierdirektor Michael Stich war außerdem stolz auf den prallgefüllten Center Court: „Wir haben einfach phantastische Tennisfans, das ist ein riesengroßes Signal für unser Turnier. “

Kroaten-Duo holt sich den Doppeltitel

Die „[1]“ stand seit Wochenbeginn hinter Ivan Dodig und Mate Pavic. Die kroatische Kombo war am Rothenbaum topgesetzt – und wurde dieser Einschätzung auch gerecht. Auf dem Weg ins Finale räumten die beiden Paire/Vasselin, Mirnyi/Nestor und Peralta/Zeballos jeweils in zwei Sätzen aus dem Weg.

Das Endspiel wurde ebenfalls zu einer eher deutlichen Angelegenheit, denn die beiden Kroaten zeigten eine starke Leistung. Am Ende stand ein 6:3, 6:4 gegen die an zwei gestuften Pablo Cuevas/Marc Lopez auf der Anzeigetafel.

Turnierdirektor Michael Stich war sehr angetan: „Wir haben dieses Jahr tolles Tennis in der Doppelkonkurrenz gesehen. Die beiden Duos haben im Endspiel ein großartiges Match gezeigt.“ Sieger Ivan Dodig zeigte sich ebenfalls begeistert: „Es ist ein wunderschönes Turnier hier in Hamburg. Genauso wünschen wir Spieler uns das. Großer Dank an alle Ballkinder, Schiedsrichter, Organisatoren, Sponsoren – einfach an alle Beteiligten.“

Danke, German Open am Hamburger Rothenbaum!