Gib mir Fünf! – Mayer wieder im Viertelfinale – Stebe scheitert knapp

Florian Mayer ist zum fünften Mal in seiner Karriere und erstmals seit vier Jahren in das Viertelfinale der German Open 2017 am Hamburger Rothenbaum eingezogen. Der Bayreuther feierte nach 110 Minuten zusammen mit den 6500 Zuschauern auf dem „Center Court der Welt“ ausgelassen seinen hart erkämpften 6:3, 4:6, 6:4-Erfolg über den Russen Andrey Kuznetsov – und das völlig zu Recht! Nach Halle/Westfalen schaffte Mayer damit zum zweiten Mal in diesem Jahr die Qualifikation für die Runde der letzten Acht und zeigte damit einmal mehr, wie sehr er sich auf dem größten Center Court Deutschlands zu Hause fühlt. Mayer ging mit viel Selbstvertrauen in sein Achtelfinale und wollte sich die große Chance, die sich im Duell mit Kuznetsov ergab, nicht entgehen lassen. Das erste Break reichte gleich für die Satzführung, doch danach entwickelte sich ein wildes „Auf und Ab“. Kuznetsov hatte sich mittlerweile immer besser auf Mayers Spiel eingestellt, returniere besser und stellte den Franken vor größere Herausforderungen. Allerdings blieb der Deutsche auch nach dem Satzausgleich geduldig und war vor allem der stabilere und ruhigere Spieler. Während sich der 33-Jährige nur 20 vermeidbare Fehler erlaubte, waren es bei Kuznetsov satte 43. Zudem ließ der Russe im dritten Satz fünf Breakchancen liegen und wurde für diese Nachlässigkeiten bestraft. Der Einzug in die Runde der letzten Acht hat für den Bayern noch einen weiteren, angenehmen Nebeneffekt. Ab Montag gehört er wieder zu den besten 80 Tennisspielern der Welt.

Der Traum von einem deutschen Viertelfinale ist allerdings geplatzt. Mayer trifft nämlich nun auf Diego Schwartzman, der Cedrik-Marcel Stebe knapp in drei Sätzen ausschaltete. Als Mayer im Spielertunnel auftauchte, um einen Blick auf seinen nächsten Gegner zu werfen, führte Stebe schon klar mit 5:1 und verwandelte kurz darauf seinen ersten Satzball zur Satzführung.

Und auch Durchgang zwei begann aus deutscher Sicht verheißungsvoll. Stebe holte sich direkt das Break. Doch danach steigerte sich der favorisierte Schwartzman – und mit ihm das Niveau der Partie. Mitte des zweiten Satzes konnte der 24-Jährige erstmals seinen Aufschlag halten. Stebe hatte hingegen in der Folge immer größere Probleme selbst sein Service durchzubringen. Der gerade einmal 1,70m große Schwartzman hatte nun das nötige Selbstvertrauen und erkämpfte sich mit seinem insgesamt fünften Break den Satzausgleich. Im dritten Durchgang ging dann alles sehr schnell: Die Nummer 38 der Welt diktierte, gab das Tempo vor und retournierte nun so, wie man es erwarten konnte. Mit 6:2 gewann er den entscheidenden dritten Satz und steht damit im vierten Anlauf erstmals im Viertelfinale in Hamburg. Für Cedrik-Marcel Stebe hat sich der Trip nach Hamburg aber dennoch gelohnt, denn mit dem Einzug ins Achtelfinale feierte er einen der größten Erfolge dieses Jahres und macht in der Weltrangliste fast 30 Plätze gut.

Einen mühsamen Start ins Turnier hatte der ehemalige Weltranglisten-Dritte David Ferrer. Drei Tage nach dem Gewinn sein 27.Titels auf der ATP World Tour zog der spanische Routinier mit einem über den Georgier Nikoloz Basilashvili ins Achtelfinale ein, hatte aber gerade als Basilashvili mutiger spielte so seine Probleme. Am Ende profitierte der Iberer von 60 vermeidbaren Fehlern seines Gegners und wird sich in der nächsten Runde gegen den Argentinier Federico Delbonis sicher steigern müssen.

Ein Spaziergang war die erste Runde dagegen für den Briten Aljaz Bedene. Gegen Lucky Loser Jose Hernandez-Fernandez aus der Dominikanischen Republik brauchte er nur 68 Minuten für einen nie gefährdeten 6:1, 6:2-Erfolg. Etwas überraschend ausgeschieden ist dagegen Fernando Verdasco. Der Halbfinalist von Bastad, der bei den French Open in der ersten Runde gegen Alexander Zverev gewonnen hatte, verlor die Fortsetzung seiner Partie gegen den Tschechen Jiri Vesely mit 6:7, 7:6 und 3:6. Damit ist David Ferrer der einzige noch im Einzel-Wettbewerb verbliebene Spanier.