„Kilzko“ schlägt zu: Martin Klizan triumphiert am Hamburger Rothenbaum

Martin Klizan aus der Slowakei ist der große Sieger der German Open 2016! Der an Position sieben gesetzte Klizan ließ im Endspiel am Hamburger Rothenbaum dem als favorisiert geltenden Sandplatzspezialisten Pablo Cuevas aus Uruguay praktisch keine Chance und gewann nach 59 Minuten deutlich und überlegen mit 6:1, 6:4.

Für den 27-Jährigen aus Bratislava erfüllt sich mit dem Turniersieg an der Alster ein echter Kindheitstraum. Mit diesem Sieg tritt er in die Fußstapfen seines großen Idols Miloslav Mecir, der 1985 am Rothenbaum gewann. Weitere Landsleute von Klizan in der Siegerliste in Hamburg sind Karel Novacek (1991) und Ivan Lendl (1987, 1989).

Klizan, der extra für die Veranstaltung in Hamburg den Davis Cup abgesagt hatte, machte vor rund 6500 Zuschauern auf dem „Center Court der Welt“ schnell deutlich, dass er diesem Endspiel seinen Stempel aufdrücken will. Der Linkshänder diktierte mit seiner brachialen Vorhand über weite Strecken das Tempo. Cuevas versuchte mit seiner Athletik und etlichen taktischen Winkelzügen dagegen zu halten. Der Uruguayer vergab allerdings die ersten Break-Gelegenheiten und bekam dafür prompt die Quittung. Klizan stellte sich schnell auf den starken Aufschlag von Cuevas ein, übte über den Return viel Druck aus und zwang den Südamerikaner so zu Fehlern. Die Folge: Cuevas, der bis zum Finale kein einziges Aufschlagspiel abgab, verlor plötzlich gleich zweimal in Folge sein Service. Der erste Aufschlag ließ den Uruguayer zu häufig im Stich, außerdem zeigte Klizan, warum er der beste Returnspieler in diesem Turnier ist. Cuevas Faden war mittlerweile völlig gerissen und so entschied der baumlange Slowake den ersten Durchgang nach gerade einmal 25 Minuten mit 6:1 für sich.

Doch der an Position drei gesetzte Cuevas versuchte den Reset-Knopf zu drücken und servierte im zweiten Satz zunächst wesentlich besser. Allerdings war gegen das druckvolle und bestimmende Grundlinien-Spiel von Martin Klizan an diesem Tag kein Kraut gewachsen. Cuevas fand zu selten ein Mittel um sich zu befreien und produzierte außerdem in den langen Ballwechseln, die er eigentlich bestimmen wollte, zu viele vermeidbare Fehler. Klizan spielte derweil sein neu gewonnenes Selbstvertrauen eindrucksvoll aus und offenbarte kaum eine spielerische Schwachstelle. Zwar wehrte sich der Südamerikaner nach Kräften, und egalisierte ein Break zum 2:3 umgehend, gab allerdings kurz darauf seinen Aufschlag wieder zu Null ab – wie gewonnen, so zerronnen! Klizan ließ den Uruguayer an diesem Tag schlicht und ergreifend nicht zur Entfaltung kommen und war fortan nicht zu stoppen.

Nach 59 Minuten nutzte Klizan mit einem Aufschlag-Winner gleich seinen ersten Matchball und entschied damit ein überraschend einseitiges Finale am Hamburger Rothenbaum. Der Rothenbaum-Sieger im roten Shirt feierte schließlich zusammen mit seinem Team in der Box ausgelassen seinen Erfolg beim wichtigsten deutschen Sandplatzturnier.

Klizan wahrt damit seine einmalige Bilanz in Endspielen auf der ATP World Tour. Im fünften Endspiel ist er zum fünften Mal als Sieger vom Platz gegangen. Zuletzt triumphierte er im Februar in Rotterdam.“

„Ein Kompliment auch an Pablo. Du hast eine tolle Woche gespielt. Außerdem ein großes Dankeschön an meinen Coach, meine Freundin, meinen Bruder, meine Eltern, danke an alle Helfer und meinen Fan-Club, die mich hier wunderbar unterstützt haben. Dieses Turnier ist ein tolles Turnier – wir sehen uns nächstes Jahr wieder“, sagte Klizan bei der Siegerehrung und widmete die Trophäe, die Hamburger Schiffsschraube, den Opfern des Terroranschlags von Nizza.

Auch Finalist Pablo Cuevas bedankte sich beim Publikum auf dem Center Court: „Moin Hamburg! Danke an alle für den Support in dieser Woche. Es ist wirklich ein schönes Turnier in einer schönen Stadt. Ich freue mich, hier gespielt zu haben und komme nächstes Jahr wieder. Ganz sicher!“

Ein positives Fazit am Finalsonntag zog auch Turnierdirektor Michael Stich: „Ein großes Kompliment an die beiden Finalisten. Wir haben hochqualitatives Tennis gesehen. Die Qualität des Sports ist entscheidend – und die war diese Woche auf extrem hohen Niveau.

Wir hatten wieder eine phantastische Woche. Der Rothenbaum lebt – und er wird auch weiterleben. Am besten weitere 110 Jahre.

Ohne die Sponsoren, ohne all die Partner, ohne all die Helfer, Linienrichter, Volontäre wäre das hier alles nicht möglich. Die Woche über waren über 800 Menschen im Einsatz.

Der Erfolg am Rothenbaum bringt Martin Klizan 500 Weltranglistenpunkte und ein Preisgeld in Höhe 316.000 Euro. In der neuen Weltrangliste wird Klizan auf Position 28 geführt. Pablo Cuevas, der sich durch den Finaleinzug in Hamburg erstmals bis auf Platz 20 der Weltrangliste verbesserte, bleiben 200 Weltranglistenpunkte und 148.400 € Preisgeld.