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Die Favoriten geben sich im Halbfinale keine Blöße

In den ersten Tagen der German Open 2016 scheiterten die topgesetzten Spieler noch in Serie. Zwei Profis der Setzliste haben es nun aber ins Endspiel geschafft, weil sie sich am gestrigen Halbfinal-Samstag von ihrer besten Seite präsentiert haben. Damit treffen Pablo Cuevas und Martin Klizan heute im großen Finale aufeinander.

Pablo Cuevas (URU/3) – Renzo Olivo (ARG) 7:5, 6:3

Im Duell der Trainingspartner war schon früh zu erkennen, dass die beiden Akteure keine Geheimnisse voreinander haben. Jeder kennt die Stärken des Anderen, weiß, was man zu verhindern hat. Kohlschreiber-Bezwinger Olivo zeigte – wie schon im Viertelfinale gegen „Kohli“ – eine sehr gute Länge in seinen Vorhandschlägen, konnte Cuevas damit gut unter Druck setzen. Der Uruguayer wiederum ließ sich bei eigenem Aufschlag überhaupt nicht in Bredouille bringen, servierte im ersten Satz eiskalt durch. Das Ende des Durchgangs verlief für Olivo sehr bitter, denn bei 5:6 und 30:30 aus seiner Sicht sprang der zweite Aufschlag von der Netzkante nur Millimeter hinter die T-Linie. Diese Chance ließ sich Cuevas nicht nehmen und vollendete zur Satzführung.

Im zweiten Durchgang holte sich die Nummer drei der Setzliste beim Stand von 3:2 mit einem Monster-Ballwechsel das scheinbar vorentscheidende Break zum 4:2. Bis dahin hatte er gar keine Mühe beim eigenen Service – und plötzlich musste Cuevas gleich fünf (!) Breakbälle abwehren. Mit einer ordentlichen Portion Glück: Bei der zweiten Chance rutschte Olivo beim Sprint ans Netz leicht weg, bei der vierten Möglichkeit vergab er einen scheinbar leichten Schmetterball. Wenig später stand Cuevas nach genau 100 Minuten als Sieger fest und sagte übers Stadionmikrofon: „Danke für die großartige Unterstützung. Renzo ist ein toller Spieler, ich musste mein Bestes geben. Ich bin froh, in einem weiteren Finale zu stehen.

Martin Klizan (SVK/7) – Stephane Robert (FRA) 6:3, 6:4

Ein kurioses Spiel entwickelte sich im zweiten Halbfinale. Der Franzose Robert, als Außenseiter in das Match gegangen, schaffte in beiden Sätzen ein frühes Break. Doch die schnelle Führung konnte der 36-Jährige jeweils nicht ins Ziel retten. Im ersten Durchgang musste er zum 2:2 und 2:4 Breaks hinnehmen, die Klizan dann mit souveränen Aufschlagspielen bestätigte und nach Hause brachte.

Im zweiten Satz sah Robert längere Zeit wie derjenige Spieler aus, der den Durchgang für sich entscheiden kann. Nach seinem Break zum 3:1 legte er das 4:1 nach. Vieles deutete auf einen entscheidenden dritten Satz hin. Doch wieder hatten die Zuschauer, die von Roberts Spiel begeistert waren, die Rechnung ohne den Linkshänder Klizan gemacht. Der Slowake holte sich erst das Break zum 3:4, ehe ihm kurz darauf auch noch das 5:4 gelang. Bei eigenem Aufschlag machte er dann mit dem zweiten Matchball nach 82 Minuten den Finaleinzug perfekt.