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Sandplatzspezialisten zeigen ihre ganze Klasse

Gleich am ersten Hauptfeld-Spieltag schlug bei den German Open 2016 die Stunde der echten Sandplatzwühler. Pablo Cuevas, Nicolas Almagro und Thiago Monteiro hießen die drei Sieger des ersten Turniertages auf dem „Center Court der Welt“. Mit Florian Mayer und Mischa Zverev mussten zwei deutsche Spieler schon nach ihrem Auftaktmatch die Segel streichen.

Florian Mayer wurde dabei vor allem ein Opfer der Auslosung. Gegen den kampfstarken und fast fehlerfrei agierenden Uruguayer Pablo Cuevas stand der Bayreuther auf verlorenem Posten und musste eine deutliche 4:6, 3:6-Niederlage hinnehmen. „Man muss einfach anerkennen, dass er zu gut war. Auf Sand ist Pablo ein absoluter Topspieler. Letztlich war ich ohne Chance“, stellte Mayer nach dem Match unumwunden fest. Lediglich die Anfangsphase der Begegnung konnte der frischgebackene Turniersieger der Gerry Weber Open noch ausgeglichen gestalten. Im siebten Spiel gelang dem an Position drei gesetzten Cuevas dann aber doch das vorentscheidende Break und wenig später war auch der erste Durchgang in trockenen Tüchern. Der Uruguayer attackierte besonders Mayers zweiten Aufschlag und hatte alleine im ersten Spiel des zweiten Satzes acht Breakchancen. „Ich selber hatte nicht eine einzige Chance, ihm seinen Aufschlag abzunehmen. Das sagt schon eine Menge“, meinte der Halbfinalist von 2010, der heute noch im Doppel an der Seite von Julian Knowle aufschlägt. „Danach werde ich drei Wochen lang erstmal nur trainieren und vor den US Open nur noch ein Vorbereitungsturnier spielen“, blickt Mayer auf die kommenden Wochen voraus.

Weiter ohne Sieg im Hauptfeld am Hamburger Rothenbaum bleibt Mischa Zverev. Der neun Jahre ältere Bruder von Hoffnungsträger Alexander Zverev steckte zwar gegen den brasilianischen Qualifikanten Thiago Monteiro nie auf, kämpfte verbissen und holte in beiden Sätzen jeweils ein Break auf, schied aber zum mittlerweile vierten Mal in Hamburg in der ersten Runde aus (6:7, 4:6). Monteiro trifft nun auf Mayer-Bezwinger Pablo Cuevas.

Mehr Mühe als ihm lieb sein durfte, hatte bei seinem Auftaktspiel Nicolas Almagro. Die Nummer 44 der ATP-Weltrangliste musste gegen den 162 Plätze schlechter eingestuften Qualifikanten Jan Satral über die volle Distanz gehen. Der Tscheche feierte zuletzt mit dem Sieg beim Challenger in Marburg seinen größten Karriereerfolg und absolvierte gegen Almagro sein erstes Match in einem ATP-Hauptfeld. Am Ende hatte a Almagro den längeren Atem, siegte mit 6:3, 3:6, 6:2 und schaffte den Sprung in die Runde der letzten 16. Dort bekommt es der Spanier, der 2011 schon im Hamburger Endspiel stand, jetzt mit dem Rothenbaum-Finalteilnehmer von 2009, Paul-Henri Mathieu, zu tun. Der Franzose kämpfte sich gegen den Österreicher Gerald Melzer nach einem verpatzten Start noch zurück ins Match und gewann schließlich mit 6:4, 7:6.

Einem wahren Sandplatzmagier musste sich auch Jeremy Chardy geschlagen geben. Der an Position fünf gesetzte Franzose unterlag Maximo Gonzalez aus Argentinien 2:6, 6:2, 6:7.