Sechs Sätze für ein Halleluja

Das hat es so auch noch nicht gegeben: Ganze sechs Sätze reichten am Viertelfinal-Freitag, um die vier Halbfinalisten zu erreichen. Mit dabei die gesetzten Spieler Rafael Nadal (an Position eins der Setzliste), Andreas Seppi (Position vier) sowie Fabio Fognini (Position acht). Die Vorschlussrunde komplettieren wird der französische Qualifikant Lucas Pouille.

Rafael Nadal (ESP) – Pablo Cuevas (URU) 6:3, 6:2
Über Rafa Nadal wird immer noch gesagt, er sei nicht in Topform. Wenn das gegen Cuevas Gebotene allerdings noch nicht seiner Topform entspricht – dann gnade den nächsten Gegnern. Denn einen solchen Asche-Spezialisten wie den Uruguayer Pablo Cuevas glatt in zwei Sätzen aus dem Turnier zu werfen, da gehört schon eine verdammt starke Leistung zu. Diese zeigte Nadal besonders beim eigenen Return. Gleich drei Breaks im ersten Durchgang, zwei Breaks im zweiten Satz: Der Schlüssel zum Sieg. Beim eigenen Aufschlag hatte der Superstar kaum Probleme, sodass bereits nach 1:14 Stunde Spielzeit die Entscheidung gefallen war. Nadal zeigte sich dennoch wie immer bescheiden: „Es gibt hier keine einfachen Matches. Pablo ist einer der besten Spieler auf Sand.“

Lucas Pouille (FRA) – Benoit Paire (FRA) 6:3, 6:2
Im rein französischen Duell rieben sich die Zuschauer auf dem bestens gefüllten Center Court verwundert die Augen. Außenseiter Lucas Pouille fegte Benoit Paire förmlich vom Platz, nach nur 53 Minuten besiegelte der Qualifikant mit einem Ass seine sensationelle Vorstellung. Ein deutlicher Sieg, mit dem in dieser Form überhaupt nicht zu rechnen war, denn Paire überzeugte in seinen ersten beiden Partien gegen Kohlschreiber und Robredo auf voller Linie. Dementsprechend happy zeigte sich der Überraschungs-Halbfinalist Pouille: „Ich bin sehr glücklich, bis jetzt läuft die Woche einfach super. Ein großer Dank an meine jungen Fans, die mich super unterstützt haben.“

Fabio Fognini (ITA) – Aljaz Bedene (GBR) 6:4, 7:5
Der Rothenbaum-Sieger von 2013 hat sich weiter gekämpft. Fabio Fognini musste sich gegen den 22-jährigen Bedene mächtig ins Zeug legen, ehe er als Sieger feststand. Dabei verlief der Start gar nicht nach Wunsch, denn Fognini lag schnell mit 1:3 hinten. „Ich war zu Beginn etwas nervös, weil ich wusste, dass Aljaz richtig gutes Tennis spielt“, berichtete der Italiener nach dem Match. Doch dann fand Fognini langsam zu seinem Spiel und drehte den ersten Satz noch in ein 6:4. Durchgang zwei war ähnlich hart umkämpft, beide Akteure zeigten ein starkes Match. Die Entscheidung zu Gunsten Fogninis brachten letztlich seine bärenstarken 20 Vorhand-Winner. Darauf angesprochen schmunzelte der Italiener: „Das ist gar nicht so schlecht.“

Andreas Seppi (ITA) – Simone Bolelli (ITA) w.o.
Bitter! Auf Grund einer Magen-Erkrankung konnte Simone Bolelli nicht zum italienischen Duell mit Andreas Seppi antreten. Ausgerechnet Seppi mag man beinahe sagen – denn bereits bei den Gerry Weber Open in Halle/Westfalen profitierte die Nummer vier der Setzliste auf dem Weg ins Finale gleich zweimal von der Aufgabe seines Gegners.