Favoritensterben am Rothenbaum – Vorfreude auf Nadal und Mayer

Fünf Einzel – drei gesetzte Spieler gescheitert! Am Mittwoch flogen bei den bet-at-home Open 2015 die Nummer zwei, die Nummer drei und die Nummer sechs der Setzliste aus dem Wettbewerb – drei Überraschungen, die für reichlich Furore sorgten.

Das spektakulärste Match des Tages lieferten sich Tommy Robredo  und Benoit Paire. Erst am Sonntag standen sich der an zwei gesetzte Spanier und der Franzose im Finale im schwedischen Bastad gegenüber. Paire gewann und holte sich damit seinen ersten ATP-Titel überhaupt – und will scheinbar den zweiten mit einer gewaltigen Vehemenz folgen lassen. Denn was Paire besonders im dritten Durchgang gegen Robredo ablieferte, war Weltklassetennis. Beim Stand von 6:5, 30:30 gewann er erst eine wirklich überragende Grundlinien-Rallye, um dann mit einem Mega-Return das Match zu beenden. Vielleicht die beste Partie, die die Zuschauer bisher bei den bet-at-home Open bestaunen durften. Ein Auftritt, der Lust auf mehr macht!

Damit hätten wohl die Wenigsten gerechnet! Denn auch der an Position drei gesetzte Roberto Bautista Agut scheiterte früh und musste gegen den Briten Aljaz Bedene mit 6:7, 6:7 die Segel streichen Das Match an sich verlief allerdings alles andere als deutlich. Durchgang eins ging in den Tie-Break, in dem Bedene mit 7:2 die Oberhand behielt. Als sich dann beim Stand von 2:2, 40:30 bei Aufschlag Bedene mal wieder die Regen-Schleusen öffneten, musste das Match für knapp 90 Minuten unterbrochen werden. Der britische Außenseiter ließ sich jedoch sowohl davon als auch von zwei abzuwehrenden Satzbällen nicht beirren und gewann auch Durchgang zwei im Tie-Break.

Auch für die Nummer sechs des Tableaus ist nach dem Achtelfinale Feierabend. Juan Monaco musste gegen den Franzosen Lucas Pouille eine unnötige Niederlage hinnehmen. Unnötig, weil Monaco den ersten Satz völlig verschlief. Ehe er im Match angekommen war, stand es bereits 0:5, wenig später dann 1:6. Im zweiten Durchgang schien es besser für den Favoriten zu laufen, denn beim 5:3 servierte Monaco zum Satzgewinn. Doch daraus wurde nichts – er verzettelte sich in eine hitzige Diskussion mit dem Schiedsrichter und hatte danach die Nerven scheinbar gar nicht mehr im Griff. Doppelfehler zum 5:4. Es folgten das 5:5, 5:6, 5:7 aus Sicht Monacos. Unnötig eben.

Weiterhin dabei ist derweil der Rothenbaum-Sieger von 2013, Fabio Fognini. Der Italiener zeigte gegen Albert Ramos-Vinolas genau das Tennis, das ihn auszeichnet. Großes Risiko, viele Winner. Daher ging Satz eins mit 6:2 an den Italiener, der sich in der Folge allerdings, mal wieder, zu (fahr)lässig zeigte und im zweiten Durchgang satte 22 leichte Fehler fabrizierte. Im dritten Satz dann wieder das alte Bild: Fognini hatte den Linkshänder im Griff, bestimmte die Partie. Und gewann am Ende verdient mit 6:2, 3:6, 6:3. Fognini hinterher zufrieden: „Meinen Turniersieg hier in Hamburg werde ich nie vergessen. Ich komme immer wieder gerne zurück.“

Auch im südamerikanischen Duell blieb die Überraschung aus. Was vor allem daran lag, dass der Uruguayer Pablo Cuevas erneut eine piekfeine Leistung auf die Hamburger Asche zauberte. Für den Argentinier Diego Schwartzmann war das am Ende eine Spur zu stark, er unterlag gegen die Nummer fünf der Setzliste mit 6:7, 4:6.
Am zweiten Achtelfinaltag stehen vor allem die Begegnungen von Rafael Nadal und Florian Mayer im Mittelpunkt. Der Deutsche spielt ab 14 Uhr gegen den an Position vier eingestuften Italiener Andreas Sep., Nadal trifft direkt im Anschluss auf Jiri Vesely aus Tschechien.