Erfolgreiches Hamburg-Comeback für Florian Mayer

Florian Mayer ist zurück! Auf dem „Center Court der Welt” gewann der 31-jährige Wild-Card-Inhaber seine Erstrundenpartie gegen Albert Montanes mit 4:6, 6:2 und 6:2. Ein erwartet schwerer Auftakt gegen den spanischen Qualifikanten.

Vor allem in Durchgang eins hatte Mayer ordentlich zu kämpfen. Montanes gelang direkt ein Break zum 1:0, hatte in den langen Grundlinien-Duellen zumeist das bessere Ende für sich. Zwar gelang dem Deutschen beim 2:2 der zwischenzeitliche Ausgleich, doch beim Break zum 4:3 hatte der Spanier wieder die Nase vorne – und nutzte diesen Vorteil nach 37 Minuten zum Satzgewinn. Im zweiten Durchgang schien das Match in den gleichen Bahnen zu verlaufen:  Wieder gelang Montanes das  schnelle Break, wieder schaffte Mayer den 2:2-Ausgleich. Doch dann entwickelte sich aus Sicht des Bayreuthers der Schlüsselmoment. Gleich sieben Breakbälle wehrte die Nummer 261 der Welt ab, hatte endlich das selbst titulierte „Matchgefühl“ wiedergefunden. Und Mayer fand richtig Spaß an seinem flexiblen Spiel, traf vor allem die unorthodoxe, eingesprungene Rückhand nach Belieben und entnervte seinen Gegner ganz allmählich mit immer wieder eingestreuten Stops. Die Folge: Ein bärenstarker 5:0-Lauf zum 6:2-Satzgewinn.

Der dritte Durchgang wurde dann zu einer klaren Angelegenheit, denn Mayer war so richtig in Fahrt. Break zum 2:0, später die 5:2-Führung. Und dann auch noch ein weiteres Break zum 6:2. Übrigens begünstigt durch einen Doppelfehler Montanes`, der danach seinen Schläger zerhackte. Mayer konnte es egal sein, der Sieg war eingetütet: „Ich freue mich, das Spiel umgebogen zu haben. Vor sechs Wochen habe ich noch eine Packung von ihm bekommen (Anm. der Red.: Zweisatz-Niederlage beim Challenger in Fürth), heute habe ich in den wichtigen Momenten die richtigen Entscheidungen getroffen.“ Das soll dann auch in der nächsten Runde der Fall sein, wenn Hamburg-Comebacker Mayer auf den Sieger des Duells zwischen Andreas Seppi und Martin Klizan trifft.

Für Nicolas Almagro verlief die Rückkehr an den Rothenbaum dagegen weniger erfolgreich. Der Spanier, der nach langer Verletzungspause dank seines „Protected Rankings“ am Rothenbaum starten durfte, verlor gegen seinen spanischen Landsmann Albert Ramos-Vinolas mit 4:6, 6:7 (3).

Der ehemalige Wimbledon-Halbfinalist Jerzy Janowicz erreichte dagegen problemlos das Achtelfinale. Er bezwang den japanischen Qualifikanten Taro Daniel mit 6:4, 6:3.

Mit großem Interesse wurde am Montagabend außerdem der erste Auftritt von Rafael Nadal bei den bet-at-home Open 2015 erwartet. Im Doppel musste der spanische Superstar an der Seite des Youngsters Jaume Munar aber die Überlegenheit der topgesetzten Paarung Fabio Fognini und Simone Bolelli anerkennen. Die Italiener gewannen nach 74 Minuten mit 6:4, 6:2. Sein erstes Match im Einzel bestreitet Nadal am Dienstag gegen Fernando Verdasco. Gegen seinen spanischen Landsmann verlor der aktuelle Weltranglisten-Zehnte das letzte Aufeinandertreffen im Frühjahr in Miami – jetzt ist Zeit für eine Revanche.

Die Tennisfans in Hamburg dürfen sich am Rothenbaum auf einen „Dienstag der Superlative“ freuen. Auf vier Plätzen werden insgesamt 15 Matches ausgetragen. Neben Nadal bestreiten auch die beiden weiteren Deutschen Alexander Zverev (gegen Tommy Robredo/Spanien) und Philipp Kohlschreiber (gegen Benoit Paire/Frankreich) ihre Auftaktpartien.