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Ein Finaltag voller Überraschungen

Der Sieger der bet-at-home Open 2014 ging nach dem Matchball in die Knie, schlug die Hände über dem Kopf zusammen – und weinte Tränen des Glücks: Leonardo Mayer!

Für den Argentinier ist es der erste Titel überhaupt auf der ATP-Tour. Im elften Karrierejahr. Dementsprechend groß war der Jubel nach der Siegerehrung, Mayer eilte mit der Champagner-Flasche direkt Richtung eigene Box und ließ es mächtig knallen. Feiern kann er. Muss sich ansonsten aber noch an das Ehrungs-Prozedere gewöhnen, denn ein Sieger-Interview gab es diesmal nicht. „Leo“ spricht nicht so gern englisch…

Muss er aber auch gar nicht. Denn der Argentinier ließ die gesamte Turnierwoche die Taten für sich sprechen. Natürlich ist es eine Überraschung, dass er mit David Ferrer die Nummer sieben der Weltrangliste geschlagen hat. Am Ende muss man aber auch bilanzieren: Mayer hat großartiges Tennis geboten in seinen sechs Matches. Und sich den Sieg nach einem hochklassigen, größtenteils spektakulären Finale absolut verdient. Das sah auch der unterlegene Ferrer so: „Ich möchte Leo und seinem Team gratulieren. Natürlich bin ich enttäuscht, nicht gewonnen zu haben. Aber gleichzeitig stolz auf Leonardo. Er hat es verdient.“

Vor allem deshalb, weil Mayer nach dem verlorenen Durchgang nicht nachließ. Im ersten Satz lag er zweimal Break vor, um letztlich doch noch im Tie-Break mit 3:7 zu verlieren. Der einfache Grund: Mit 18:10 lag er bei den Winnern klar vorne, bescherte allerdings mit 21 leichten Fehlern (Ferrer nur 9) seinem Gegenüber zu viele leichte Ballgewinne.

Im zweiten Satz dann ein völlig anderes Bild, denn der Argentinier war plötzlich die Stabilität in Person. Ganze vier leichte Fehler standen in der Statistik, nach 28 Minuten hatte Mayer den Durchgang mit 6:1 für sich entschieden.

Im Dritten ereignete sich ein wahrer Krimi. Beim 4:2 sah „Leo“ wie der sichere Sieger aus, der eigentlich besonnene Ferrer haderte immer mehr mit sich selbst („Das ist absoluter Mist, was du hier spielst“) und erhielt dafür sogar eine Verwarnung. Trotzdem schaffte es der topgesetzte Spanier in den Tie-Break. Wer jetzt mit einem Sieg des eventuell nervenstärkeren Topfavoriten rechnete, sah sich allerdings getäuscht. Mayer spielte sein bestes Tennis – und siegte mit 7:3 nach 2:20 Stunden Spielzeit. Dramatik pur!

Als Einstimmung auf das große Finale erfüllte das Doppel-Endspiel bereits vorab vollauf alle Erwartungen. Was die topgesetzten Alexander Peya/Bruno Soares (AUT/BRA) und Marin Draganja/Florin Mergea (CRO/ROU) in der prallen Hamburger Mittagssonne auf dem bereits gut besuchten Center Court ablieferten, war herrlich anzuschauen. Sah auch Turnierdirektor Michael Stich so: „Das war tolles Tennis. Die beiden Duos haben große Unterhaltung geboten und alle vier Jungs eine tolle Woche hinter sich.“ Jubeln durften überraschenderweise Draganja/Mergea. Das ungesetzte Doppel verwandelte direkt seinen ersten Matchball zum 6:4 und 7:5 – und am anschließenden Jubelschrei von Marin Draganja war zu erkennen, wie wichtig den beiden die Trophäe bei den bet-at-home Open 2014 ist. Mit einem sensationellen Ballwechsel machte das kroatisch-rumänische Duo den Titelgewinn und damit die große Sensation perfekt!

Wir verabschieden uns mit den Zeilen des Siegerehrungs-Songs:

„Ein Hoch auf uns – auf den Moment, der immer bleibt!“