Fognini holt die Rothenbaum-Krone

Fabio Fognini ist der Gewinner der bet-at-home Open 2013. Auf dem ausverkauften Center Court am Hamburger Rothenbaum sicherte sich der Italiener den Titel mit einem 4:6, 7:6(8), 6:2 über den argentinischen Qualifikanten Frederico Delbonis. Fognini trug sich damit als erster Italiener seit Paolo Bertolucci 1977 in die Siegerliste ein und feierte seinen zweiten Turniersieg in Folge. In der Vorwoche hatte er bereits das ATP-Turnier in Stuttgart gewonnen.

Anders als erwartet war es jedoch nicht der Favorit aus Sanremo, sondern der Überraschungsfinalist aus Argentinien, der besser in das Match startete. Beflügelt von seinem Halbfinalerfolg über Roger Federer präsentierte sich Frederico Delbonis von der Grundlinie nahezu fehlerfrei und brachte den Italiener immer wieder mit seiner starken Vorhand in Bedrängnis. Von Nervosität keine Spur. Erst wehrte die argentinische Nummer 114 der Weltrangliste fünf Breakbälle seines Gegners ab, dann nutzte er im zehnten Spiel seine erste Chance und nahm Fognini den Aufschlag ab. Nach 49 Minuten stand es 6:4 für Delbonis. Der erste Turniersieg eines Qualifikanten seit Albert Portas 2001 nahm langsam Formen an.

Anschließend kam es für Fognini noch dicker. Nach seinem Break gleich zu Beginn des zweiten Durchgangs verlor er vier Spiele in Folge und hatte in dieser Phase sichtlich Probleme, seine Emotionen im Zaum zu halten. Der Italiener haderte mit sich und der Tenniswelt, verschliss mehrere Schläger, kassierte eine Verwarnung, legte sich mit dem Stuhlschiedsrichter an und brachte auch den ein oder anderen Zuschauer gegen sich auf. Bei 1:4 legte er den Schalter dann aber plötzlich um und besann sich wieder auf seine Stärken. Erst glich er zum 4:4 aus, dann wehrte er im Tiebreak drei Matchbälle ab und rettete sich schließlich mit einem 10:8 in den entscheidenden Satz.

Hier hatte Delbonis dem Weltranglisten-25. nur noch wenig entgegenzusetzen. Nach zwei Stunden und 28 Minuten entschied Fabio Fognini mit seinem fünften Break das Endspiel zu seinen Gunsten. „Das war eine unglaubliche Woche. Ich kann es noch gar nicht glauben“, so der glückliche Sieger, der mit seinem Triumph am Rothenbaum erstmals den Sprung in die Top 20 der Weltrangliste schaffte. „Ich war heute ein bisschen nervös und hatte am Ende auch Glück. Ich habe heute zwar nicht mein bestes Tennis gespielt, aber nie aufgeben. Das war der Schlüssel.“

Neue Titelträger im Doppel sind Mariusz Fyrstenberg und Marcin Matkowski. Das polnische Duo, das im Viertelfinale bereits die spanischen Topfavoriten Marcel Granollers und Marc Lopez besiegt hatte, setzte sich im Endspiel mit 3:6, 6:1, 10:8 gegen die an Nummer zwei gesetzten Alexander Peya aus Österreich und Bruno Soares aus Brasilien durch.