Fognini gewinnt Final-Thriller am Rothenbaum

Was für ein Krimi: Der Italiener Fabio Fognini hat die bet-at-home Open 2013 gewonnen. Er besiegte den Qualifikanten und Federer-Bezwinger Federico Delbonis mit 4:6, 7:6(8) und 6:2 und wehrte dabei sogar drei Matchbälle ab.

Bei sommerlichen 30 Grad Celcius quirlte der „Center Court der Welt“ am Hamburger Rothenbaum förmlich über, auf den ersten spielerischen Leckerbissen mussten die 7.500 Zuschauer jedoch bis zum fünften Spiel warten. Als Fabio Fognini, der wirklich von seiner kompletten Spielhälfte Gebrauch machte, aus der Not heraus erst zwei Angriffsbälle seines Kontrahenten abwehren konnte, um dann noch Delbonis-Smash spektakulär mit einer gradlinigen Rückhand konterte. Wahnsinn, dass war Sandplatztennis vom feinsten.

Der Italiener, gilt als Defensivkünstler, stand generell weit hinter der Grundlinie und pflügte den Platz Zentimeter um Zentimeter um. Insgesamt verlief der erste Satz sehr ausgeglichen, erwartungsgemäß verwickelte der Weltranglisten-25. seinen Gegenüber immer wieder in lange Ballwechsel, besann sich dabei auf seine ruhige und abgeklärte Spielweise, um sich immer wieder Breakbälle zu erarbeiten. Doch während er keinen seiner fünf Möglichkeiten verwerten konnte, davon sichtlich genervt zwischen den Ballwechseln auf dem Platz umher trottete, nahm der Argentinier nach 44 Minuten gleich mit seiner ersten Chance Fognini den Aufschlag ab und sicherte sich die 6:4-Satzführung. Für den Italiener war es der erste Satzverlust in dieser Woche. Und doch war es keine ungewöhnliche Situation, denn bereits 7 Tage zuvor, als Fognini sensationell in Stuttgart seinen ersten ATP-Titel im Finale gegen Philipp Kohlschreiber holte, hatte er ebenfalls zuerst einen Satzrückstand hinnehmen müssen.

Aber auch im zweiten Durchgang ließ der Qualifikant nicht nach und machte, wie schon im Halbfinale gegen Federer einen abgeklärten Eindruck. Nervosität im ersten ATP-Endspiel? Nicht bei Delbonis. Dieser scheuchte Fognini über den Court, zwang den Italiener immer wieder zu Fehlern und ging mit 4:1 im zweiten Satz in Führung. Fognini wirkte genervt von der Konstanz des Argentiniers. Aber er kämpfte sich noch einmal auf 4:4 ran. Wer jetzt gedacht hatte, der unerfahrene Delbonis bekommt es mit den eigenen Nerven zu tun, hatte sich schwer geirrt. Ziemlich locker brachte er sein Aufschlagspiel zur 5:4-Führung durch. Der Druck lag jetzt beim Italiener. Auch der hielt stand. Es ging in den Tiebreak und hier begann ein echter Krimi. Delbonis hatte drei Matchbälle, konnte aber keinen nutzen. Das erste Mal in dieser Woche zeigte er Nerven und gab den Tiebreak mit 8:10 schließlich ab.

Fognini war nun obenauf und Delbonis gebrochen. Der Marathon-Mann war, in seinem mittlerweile achten Spiel, am Ende einfach platt und gewann im dritten Satz nur noch zwei Spiele. Fognini wirkte einfach frischer und verwandelte nach zwei Stunden und 26 Minute seinen ersten Matchball und sank auf die Knie. Auch bei der Siegerehrung war der Gewinner noch überwältigt: „Ich war am Anfang nervös, weil ich wusste wie gut Federico die Woche gespielt hat. In der ein oder anderen Phase hatte ich auch Glück. Umso schöner ist es, dieses große Turnier gewonnen zu haben. Wir sehen uns nächstes Jahr.“

Bereits zuvor hatte sich das polnische Duo Mariusz Fyrstenberg/Marcin Matkowski mit 3:6, 6:1 und 10:8 gegen Alexander Peya/Bruno Soares den Titel in der Doppelkonkurrenz gesichert. Eine gute Nachricht gibt es auch noch am Ende. Nach dem Finale verkündete bet-at-home eine weitere zweijährige Zusammenarbeit mit dem Turnier am Rothenbaum.