Qualifikant Delbonis schafft die Sensation

Was für eine Überraschung: Top-Favorit Roger Federer ist bei den bet-at-home Open im Halbfinale gescheitert. Der Schweizer unterlag dem Qualifikanten Federico Delbonis 6:7(7), 6:7(4). Der Argentinier wirkte bei seinem Auftritt auf dem ausverkauften Center Court unglaublich abgeklärt und gewann immer wieder vor allem die längeren Ballwechsel gegen den Schweizer. Wer darauf spekulierte, dass Delbonis in seinem mittlerweile siebten Match müde sein könnte, wurde schnell eines Besseren belehrt. Die Nummer 114 der Welt rannte und ackerte auf dem Platz als wenn es seine erste Partie im Turnier gewesen wäre.  Federer machte, wie schon in den anderen Partien, ungewohnt viele Fehler und fand gegen die aggressive Spielweise von Delbonis, die von den warmen und trockenen Bedingungen noch begünstigt wurde, kein Mittel. Beide Sätze gingen in den Tiebreak und hier zeigte sich „Delbo“ nervenstark und verwandelte seinen ersten Matchball zum größten Sieg seiner bisherigen Karriere.

Im Finale triff er auf den Italiener Fabio Fognini, der sich gegen Nicolas Almagro durchsetzte. Der Spanier versuchte alles, mit Tempo, mit gefühlvollen Slice und mit Stoppbällen, aber gegen Fognini verpuffte jegliche seiner Aktionen. Der Italiener überzeugte einmal mehr gerade in der Defensive. Wie eine Wühlmaus erlief er fast jeden Ball und brachte so Almagro ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Bereits im ersten Spiel gelang es Fognini den Aufschlag des favorisierten Almagrs abzunehmen.

Nachdem Fognini mit 6:4 die Satzführung erspielen konnte, kniete sich der Weltranglisten-15. noch einmal so richtig rein. Doch sollten seine Bemühungen anfangs keine Früchte tragen, denn wieder war es der Italiener, der mit einem Break in den Satz startete und sich zumindest – trotz Rebreak und zahlreicher weiterer Breakmöglichkeiten – mit störrischer Ruhe und Ausdauer in den Tiebreak retten konnte. Fognini war es auch der Almagro immer häufiger in lange Ballwechsel verwickelte und im Tiebreak gnadenlos zuschlug. Binnen weniger Minuten sah sich Almagro einem 0:5-Rückstand entgegen, vorentscheidend für die Partie. Nach einer Stunde und 49 Minuten verwandelte Fognini seinen Matchball zum 6:4, 7:6(1)Finaleinzug, seiner ersten am Hamburger Rothenbaum im fünften Anlauf.