Deutsches Trio marschiert in Runde zwei

Das war doch mal ein richtig gelungener Auftakt aus deutscher Sicht! Drei von vier angetretenen Deutschen haben am ersten Hauptfeldtag den Sprung in die zweite Runde der bet-at-home Open geschafft. Daniel Brands, Florian Mayer und Tobias Kamke konnten bei ihren lockeren Zweisatzsiegen ein paar Körner für ihre schweren Aufgaben in der zweiten Runde sparen.

Besser hätte der Start in seine Geburtstagswoche nicht verlaufen können. Der Deggendorfer Daniel Brands feierte den ersten deutschen Hauptfeld-Sieg dieses Turniers und setzte sich gegen Italiener Paolo Lorenzi völlig ungefährdet mit 7:6, 6:3 durch. Brands nahm seinem Kontrahenten dreimal den Aufschlag ab und ließ keine einzige Breakchance zu. Am Mittwoch trifft der Niederbayer, der an diesem Tag seinen 26.Geburtstag feiert, zum allerersten Mal auf Roger Federer. „Das fühlt sich ziemlich schön an. Es ist einfach ein Traum jetzt gegen ihn zu spielen“, sagte Brands über sein „vorgezogenes Geburtstagsgeschenk“.

Grund zur Freude hatte auch Florian Mayer. Der Bayreuther, der Hamburg zu seinen Lieblingsturnieren zählt, machte mit Nikolay Davydenko kurzen Prozess und feierte in 56 Minuten ein 6:1, 6:3. „Ich habe noch nicht oft gegen ihn gewonnen. Aber ich wusste, wenn ich eine Chance habe, dann hier auf dem Center Court in Hamburg. Ich habe hier meine besten Matches gespielt und liebe es einfach, hier zu spielen“, freute sich Mayer. Heute wird die Aufgabe wohl ungleich komplizierter, denn es geht gegen den unangenehmen Ukrainer Alexandr Dolgopolov.

Lokalmatador Tobias Kamke setzte sich ebenfalls souverän durch. Er brauchte für seinen Auftaktsieg bei den bet-at-home Open gerade mal eine Stunde. Mit 6:3 und 6:0 schickte er den Nadal-Bezwinger von Wimbledon 2012, Lukas Rosol auf die Heimreise. Der gebürtige Lübecker kam bei seinem erklärten Lieblingsturnier sofort in Fahrt, trat mit viel Selbstvertrauen an, blieb aggressiv und spielte in den kritischen Situationen stark. „Im ersten Satz hatte ich etwas Glück, aber im Laufe des Matches habe ich immer besser meinen Rhythmus gefunden und wurde stärker“, sagte ein zufriedener Tobias Kamke nach seinem Auftaktsieg. Gegen den Spanier Nicolas Almagro hat Kamke heute nach seiner Zweitrundenniederlage im vergangenen Jahr noch eine Rechnung offen.

Von Kamkes Lockerheit war kurz darauf bei Alexander Zverev nur wenig zu sehen – das war allerdings auch nur zu verständlich. Der 16-jährige Finalist der Juniorenkonkurrenz der French Open feierte seine Premiere im Hauptfeld eines ATP-Turniers und hatte während des gesamten Matches gegen den Spanier Roberto Bautista-Agut (3:6, 2:6) mit seinen Nerven zu kämpfen. Alles war neu: Der Gegner und die Umgebung genauso wie die eigene Anspannung. Am meisten Probleme machte dem Hamburger sein Aufschlag. Letztlich waren die guten spielerischen Anlagen und die stetigen Bemühungen mutig zu spielen genauso unübersehbar, wie die körperlichen Defizite des Youngsters. Der Teenager hat aber noch viel Zeit, um den langen Weg von Platz zwei der Juniorenweltrangliste bis auf die ATP Tour erfolgreich zu gehen.