Monaco gewinnt den Rothenbaum, Haas die Herzen

Schade, Tommy! In einem hochklassigen Tennismatch verlor Tommy Haas das Finale der bet-at-home Open 2012 in zwei Sätzen mit 5:7 und 4:6 gegen Juan Monaco. Er verpasste damit zwar die historische Chance, als erster Deutscher seit Michael Stich 1993 das Traditionsturnier am Hamburger Rothenbaum zu gewinnen. In teilweise atemberaubenden Spielen bezwang der gebürtige Hamburger nacheinander Gilles Simon, Florian Mayer und Marin Cilic.

Im Finale hatte dann Juan Monaco das glücklichere Ende für sich. Der an Nummer drei gesetzte Argentinier spielte defensiv stark, erschien teilweise wie eine Wand, von der alles zurück kam. Dabei spielte Haas kein minder starkes Tennis als in den letzten Spielen auch. Er führte schnell und verdient im Ersten mit 4:1. Anders als in den Matches gegen Simon und Cilic, fand er schnell ins Spiel.

Dann aber zeigte Monaco seine wahnsinnigen Comeback-Qualitäten. Wie bereits in seinem Halbfinale gegen den topgesetzten Nicolas Almagro, gegen den er im Dritten zwei Breaks wettmachen konnte, fightete er sich auch im Finale wieder in die Partie und glich zum 4:4 aus. Bei Haas stieg die Unzufriedenheit über das eigene Spiel. Lautstarke Monologe, fliegende Schläger. Tommy, wie er leibt und lebt und so emotional, wie die Zuschauer ihn lieben.

Monaco, der in der ersten Runde um ein Haar an Cedrik-Marcel Stebe gescheitert wäre, fand sich auf seinem Lieblingsbelag jetzt besser zurecht. Das 7:5 war in einer jetzt ausgeglichenen Partie nicht unverdient.

Im zweiten Satz fing Haas erneut stark an und konnte Monaco wiederum direkt das Aufschlagspiel abnehmen. Vor gut 7.000 Zuschauern auf dem nahezu ausverkauften Center Court führte er mit 2:0. Lautstarker Applaus, motivierende „Tommy, Tommy!“-Rufe – der Court bebte.Die Zuschauer mussten dann aber das direkte Rebreak von Monaco mit ansehen. In der Folge brachten beide Spieler ihre Aufschlagspiele mit Mühe durch, boten dabei spannendes und hochklassiges Tennis.

Mit einem herrlichen Rückhandlongline erspielte Monaco sich dann bei 3:3 einen Breakball, den er auch prompt zum 4:3 nutzen konnte. Und als es schien, dass Monaco endgültig auf der Siegerstraße wäre, packte Haas einen sensationellen Rückhandlongline aus und rebreakte Monaco, der dann wiederum seine Klasse unter Beweis stellte und Haas nach spektakulären Ballwechseln erneut breaken zum 5:4 konnte. Seinen Aufschlag brachte der Sandplatzspezialist anschießend durch und krönte sich zum Tenniskönig von Hamburg. Bei Hamburgs Tennisprinz Tommy Haas überwog am Ende die Freude über ein starkes Turnier: „Ich verstehe gar nicht, warum ich sechs Jahre nicht hier war. Ich werde alles tun, um im nächsten Jahr hier wieder dabei zu sein.“

Auch das Doppelfinale wurde heute ausgetragen: In einer ebenfalls ansprechenden Partie bezwangen die beiden Spanier Fernando Verdasco und David Marrero das brasilianisch-spanische Duo Rogerio Dutra Silva/David Munoz-de la Nava in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:3.