Hamburg feiert Flo und Hasi! Vorfreude auf das deutsche Viertelfinale

Deutschlands Tennisprofis sind heiß auf den Sieg am Hamburger Rothenbaum! Tommy Haas und Florian Mayer lösten gestern bereits ihr Ticket fürs Viertelfinale. Heute wollen Philipp Kohlschreiber und Julian Reister nachziehen. Gehen die deutschen Tennisfestspiele an der Alster weiter.

Tommy Haas haderte. Und wie. Mit sich, dem Schiedsrichter, dem regnerischen Hamburger Wetter und vielleicht auch ein bisschen mit dem Gegner. Immer wieder schimpfte er oder trieb sich mit kurzen Monologen selbst an – aber es hat sich gelohnt! Der Hamburger steht erstmals seit 1999 im Viertelfinale am Rothenbaum. Das 4:6, 6:3, 6:4 gegen Titelverteidiger Gilles Simon war eine Achterbahnfahrt ohnegleichen – für Haas, aber auch für die rund 5000 Zuschauer auf dem Center Court der Welt. Es war ein echtes Nervenspiel zwischen dem Deutschen und dem französischen Vorjahressieger. Beide ließen insgesamt neun Breaks zu und gerade Haas leistete sich bis Mitte des zweiten Satzes gegen einen sehr sicheren Simon zu viele Fehler. Mit vier Spielen in Folge und dem Satzausgleich gelang dem Wildcardspieler aber die Wende. „Ich habe vielleicht im ersten Satz ein bisschen zu viel riskiert. Das passiert gegen Gilles immer sehr leicht“, analysierte Haas, der ab dem 2:3 im zweiten Satz sein Spiel viel besser variierte und Simon nicht zur Ruhe kommen ließ. „Ich war dann immer besser im Rhythmus und habe wirklich gut gespielt“, erklärte der Deutsche, der damit aber noch lange nicht aufatmen konnte. Denn im siebten Spiel des dritten Satzes gab er nach 40:0-Führung plötzlich drei Punkte in Folge ab, schlug aber mit einem Re-Break zurück. Es war die Krönung einer Berg- und Talfahrt die Haas nach 2:06 Stunden mit dem ersten Matchball zu seinen Gunsten entschied – der Lohn war minutenlange Standing-Ovations und eine LaOla der begeisterten Zuschauer.

Und die durften gleich weiter feiern, denn Florian Mayer lief kurz darauf nicht nur zur Galaform auf, sondern machte auch das deutsche Viertelfinale gegen Robin Haase perfekt. Aber was war das für eine begeisternde Vorstellung! Lediglich 56 Minuten brauchte der Bayreuther für das lockere 6:2, 6:1 gegen den überforderten Niederlänger Robin Haase – ein echter Quickie also. Mayer fühlt sich in Hamburg mal wieder pudelwohl und steht zum dritten Mal in Folge im Viertelfinale.

Es war von A bis Z eine starke Vorstellung des Wimbledon-Viertelfinalisten, der enorm stark aufschlug und keinen einzigen Breakball zuließ. „Viel besser als heute kann ich nicht spielen. Ich habe mich sehr gut bewegt und die wichtigen Punkte gemacht. Das war sicher eines meiner besten Matches. Es hat richtig Spaß gemacht und sich sehr gut angefühlt“, war Mayer rundum zufrieden und blickte bereits auf das Viertelfinale: „Gegen Tommy wird es sicher ein super Match werden. Vielleicht sind die Zuschauer ein bisschen mehr für ihn, aber auch ich habe mich hier in den letzten Jahren sicher ein bisschen in die Herzen der Fans gespielt“, erwartet Mayer eine emotionale Auseinandersetzung und freut sich genau wie Haas auf die Partie: „Ich weiß gar nicht wann wir das letzte Mal gegeneinander gespielt haben, aber Flo ist sehr gut drauf und ich freue mich auf das Match.“

Tommy Haas kann übrigens geholfen werden: Zuletzt trafen beide bei den Australian Open 2007 aufeinander – Haas gewann deutlich, wie in den anderen beiden Duellen zuvor auch. Mayer vs. Haas in der Runde der letzten Acht – angenehmer Nebeneffekt des deutschen Viertelfinals: Ein Deutscher wird definitiv am Samstag im Halbfinale stehen!

Auch Ramos und Cilic weiter

Als erster Spieler erreichte gestern Mittag bereits Albert Ramos das Viertelfinale. Der Spanier bezwang Lukas Rosol aus Tschechien, der in Wimbledon durch seinen Sensationssieg über Rafael Nadal in die Schlagzeilen rückte, nach 2:31 Stunden mit 7:6 (8), 4:6, 6:3. Im Viertelfinale trifft Ramos jetzt auf die Nummer vier der Setzliste Marin Cilic. Der kroatische Olympiateilnehmer gewann gegen den argentinischen Qualifikanten Federico Delbonis 6:3, 6:2.