Interview mit Philipp Kohlschreiber

Turniersieg in München. Halbfinale in Halle. Philipp Kohlschreibers Auftritte hierzulande kommen durchaus beachtlich daher. Vor den bet-at-home Open 2012 in Hamburg zieht Kohlschreiber eine erste Jahresbilanz und blickt auf sein bestes Match und das Ziel Top 20.

Philipp Kohlschreiber, ein Finale, vier Mal der Einzug in ein Halbfinale und der Gewinn der BMW-Open in München. Sind Sie mit der Ausbeute der ersten Jahreshälfte eigentlich zufrieden?
Zufriedenheit ist eine grosse Gefahr. Ich denke, man sollte immer versuchen, weiter zu arbeiten und gut zu spielen. Ganz abgesehen davon mache ich meine Zufriedenheit gar nicht mehr primär an Ergebnissen fest, sondern daran, wie viel Spaß mir der Job macht.

Spricht da der neue Kohlschreiber und ist das das Resultat des mentalen Updates. Vor zwei Jahren kündigten Sie ja Arbeiten in diesem Bereich an.
Ja, in der Vergangenheit habe ich mit einem Psychologen gearbeitet. Aber ich denke, dass ich in erster Linie reifer geworden bin. Ich verstehe Tennis mittlerweile anders und will wie gesagt Spaß an meiner Arbeit haben. Dazu kommt, dass mir die Entscheidung zurück nach Oberhaching zu gehen viel Druck genommen hat. Überhaupt, momentan fühlen sich viele Dinge gut an.

Zurück zu den harten Fakten: Eine Statistik zeigt, dass Sie von Ihren vier ATP-Siegen zwei auf Sand in Deutschland bejubeln durften. Ein gutes Omen für die bet-at-home Open in Hamburg?

Tatsächlich eine gute Statistik. Wenngleich beide Siege in München zustande kamen. Hamburg fehlt mir also noch.

Die Hanseaten können ab 14. Juli mit einem formstarken Kohlschreiber rechnen?
Ich werde mich dieses Jahr dort noch früher vorbereiten. Es muss endlich mal ein bisschen weiter für mich gehen.

Spielen Sie Turniere in Deutschland eigentlich mit besonderer Freude?
Sagen wir es so: Ich bin noch ein bisschen motivierter wenn ich vor deutschem Publikum spiele.

Philipp Kohlschreiber, wann können wir von einer super Sandsaison sprechen?
Schwer zu sagen, weil die Saison gerade erst beginnt. Aber wenn ich nach dem Sieg in München weiterhin Spiele gewinnen, kann ich sicherlich von einem guten Start sprechen und die beiden Erstrunden-Niederlagen in Madrid und Rom deutlich leichter verkraften. Trotzdem muss ich jede Woche aufs neue wieder hart arbeiten und mir jeden Punkt erkämpfen.

Ihr bestes Match auf der Tour 2012?
Es gab einige gute Matches. Gegen Almagro war sicher eines meiner besten Matches. Aber es gab einige Matches, die ich rückblickend sehr positiv bewerte.

Was haben Sie sich für die kommenden Monate als Ziel gesteckt?
Sicherlich ist im Hinterkopf immer noch dieses Thema mit den Top 20.

Und natürlich: Warum spielen Sie gerne am Hamburger Rothenbaum?

Weil es natürlich das größte deutsche Turnier ist und ich Stadt und Menschen mag. Hamburg ist innovativ und das gefällt mir. Und sollte ich das Turnier mal gewinnen, würde mir sicherlich ein weiterer Grund für Hamburg einfallen …

Eintrittskarten sind über Telefon (040-23 880 4444) sowie im Internet (bet-at-home-open.com) erhältlich. Tagestickets gibt es ab 28 Euro, Dauerkarten kosten mindestens 145 Euro. Der Eintritt für das Qualifikations-Wochenende ist frei, während der Woche müssen nur Spiele auf dem Center Court bezahlt werden.