Golubev gewinnt German Open

Hamburg – Andrey Golubev ist der Sensationssieger der German Open Tennis Championships 2010 am Hamburger Rothenbaum. Der 23jährige aus Kasachstan setzte sich im Endspiel mit 6:3, 7:5 gegen den Österreicher Jürgen Melzer durch und feierte bei strahlendem Sonnenschein den ersten Turniersieg eines Kasachen auf der ATP World Tour.

„Mein Gegner muss schon einen richtig guten Tag haben, um mich zu schlagen“, hatte  Melzer vor dem Finale gesagt – und so kam es. Golubev servierte gewohnt konstant, diktierte mit seiner druckvollen Vorhand das Spiel und drängte den Österreicher immer wieder in die Defensive. Im achten Spiel des ersten Satzes nutzte der Kasache seine erste Breakchance und verbuchte wenig später den ersten Satz für sich.

Im zweiten Durchgang kam Österreichs Nummer eins besser ins Spiel, konnte seine Möglichkeiten aber nicht nutzen. Fünf Breakchancen ließ der French Open Halbfinalist ungenutzt, gab beim Spielstand von 5:5 seinen Aufschlag ab und musste seinem Gegner kurz darauf zum Sieg gratulieren. „Gratulation für eine unglaubliche Woche. Damit hast Du sicher vor ein paar Tagen auch nicht gerechnet, aber Du hast es verdient“, so der faire Verlierer bei der abschließenden Siegerehrung.

Um 15.49 Uhr reckte Golubev den Siegerpokal in die Höhe und konnte sein Glück kaum fassen. „Ich bin natürlich sehr glücklich, hier in Hamburg meinen ersten Titel gewonnen zu haben. Ich hätte nie gedacht, dass das ausgerechnet auf Sand passieren würde“, sagte der überglückliche Sieger vor 7.500 Besuchern. „Ich habe die Woche sehr gut gespielt und immer an mich geglaubt.“ Als Lohn für eine perfekte Turnierwoche kassierte Golubev 226.000 Euro Preisgeld und macht erstmals in seiner Karriere einen Sprung unter den Top 50.

Für die Highlights aus deutscher Sicht haben bei den German Open Tennis Championships 2010 Lokalmatador Julian Reister und Florian Mayer gesorgt. Mayer schaffte am Hamburger Rothenbaum als erster Deutscher seit 13 Jahren den Einzug in das Halbfinale, zollte dort jedoch seinem kräftezehrenden Sieg gegen Juan Carlos Ferrero aus Spanien Tribut und musste sich dem späteren Turniersieger Golubev mit 6:7 (6:8), 4:6 geschlagen geben. Julian Reister aus Reinbek bei Hamburg, der mit einer Wild Card in das Hauptfeld gestartet war, spielte sich mit Siegen gegen Daniel Brands und den Rumänen Victor Hanescu in das Achtelfinale, wo er dem Usbeken Denis Istomin äußerst unglücklich mit 6:3, 3:6, 6:7 (3:7) unterlag.

Den Titel im Doppel sicherten sich am Hamburger Rothenbaum die Spanier Marc Lopez und David Marrero. Das Duo von der iberischen Halbinsel besiegte im Finale Jeremy Chardy und Paul-Henri Mathieu mit 6:3, 2:6, 10:8.