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Mayer marschiert – Reister begeistert beim Debüt – Davydenko eiskalt

Florian Mayer marschiert vorneweg! Der 26-Jährige Bayreuther hat es auch am zweiten Turniertag allen deutschen Spielern vorgemacht und steht als erster Spieler des schwarz-rot-goldenen Aufgebots im Achtelfinale der German Open Tennis Championships 2010. Die Zuschauer auf dem Center Court feierten Mayer mit „Standing Ovations“ für seinen 4:6, 7:6 (2) und 6:3-Sieg über den Ukrainer Alexandr Dolgopolov. „Es war schon ein wichtiges Match für mich. Ich habe noch nie gegen ihn gespielt“, sagte Mayer nach dem Spiel, „und wusste nicht so recht was auf mich zu kommt“. Dabei konnte der Deutsche zunächst noch nicht an seine starke Leistung aus der ersten Runde anknüpfen. „Er hat mich gerade im ersten Satz einfach überrollt. Ich war völlig überrascht von seiner Spielweise“, äußerte sich Mayer, der dann aber immer besser ins Spiel fand. Spätestens zu Beginn des dritten Satzes war der Viertelfinalist von Stuttgart mit neuer T-Shirt-Farbe (rot) wieder voll da. . „Die Zuschauer haben mich heute sehr begeistert. Ich habe mich richtig wohl auf dem Platz gefühlt“, freute sich Mayer über die prickelnde Atmosphäre am Rothenbaum.    

Reister hält die Hamburger Fahne hoch

Diese nutzte auch Julian Reister bei seinem Hauptfelddebüt in seiner Heimatstadt hervorragend aus. Der Reinbeker gewann das deutsche „Nord-Süd-Erstrundenduell“ gegen den Niederbayern Daniel Brands mit 6:2, 7:6 (10) und genoss anschließend sichtlich das Bad in der Menge der wartenden Autogrammjäger. „Heute ging es von der Nervosität, die Zuschauer haben mich beflügelt“, sagte Reister, der im Duell der aufschlagstarken Deutschen schneller in seinen Rhythmus fand. Brands scheint dagegen die Umstellung vom schnellen Rasen (Achtelfinale in Wimbledon) auf den langsamen Sand nicht so gut verkraftet zu haben.

„Die Zuschauer haben mich beflügelt“ (Julian Reister)

Erst im zweiten Satz bewegte sich Brands auf Augenhöhe, hatte im Tie-Break sogar drei Satzbälle, leistete sich dann aber zum denkbar schlechtesten Zeitpunkt einen Doppelfehler. Reister nahm dankend an, riss nach dem verwandelten dritten Matchball die Arme in die Höhe und ließ sich zu Recht feiern.  

Einem weiteren Lokalmatadoren war dagegen nicht wirklich zum Feiern zu Mute. Für den Lübecker Tobias Kamke ist das Heimspiel am Rothenbaum nämlich zu Ende bevor es richtig angefangen hat.  Bei sengender Hitze auf dem Center Court unterlag Kamke  gegen Eduardo Schwank mit 3:6, 4:6. Gegen fiel Kamke insbesondere von der Grundlinie viel zu wenig ein, sodass das Nordlicht nie die Kontrolle über die Ballwechsel bekam. „Ich bin im Moment echt frustriert. Ich habe nicht so gutes Tennis gespielt wie ich es mir vorgenommen hatte", analysierte Kamke nüchtern.

Einen perfekten Start ins Turnier schaffte Nikolay Davydenko, der sich zuletzt mit den Folgen eines Handgelenksbruchs herumplagte.  Der Russe schoss Florent Serra aus Frankreich in 57 Minuten mit 6:3, 6:1 vom Center Court, musste dabei noch nicht sein komplettes Potenzial zeigen und sparte somit Kräfte für die nächsten Aufgaben im Hamburger Hochsommer.  Den können einige andere Favoriten übrigens nur noch von der Tribüne genießen: Der Sieger von 2006, Tommy Robredo aus Spanien, ist nämlich genauso ausgeschieden wie der an Position neun gesetzte Franzose Gilles Simon. Der ehemalige French Open-Sieger Juan Carlos Ferrero konnte sich dagegen nach einem
holprigen Auftakt gegen Beck-Bezwinger Jan Hajek deutlich steigern und sicherte sich mit einem 7:6 (4), 6:1 seinen Platz im Achtelfinale.

Ein Tennistag voller Highlights

Heute greifen mit Philipp Petzschner (gegen Jeremy Chardy), Philipp Kohlschreib er  (gegen Juan Ignacio Chela) und Michael Berrer (gegen Andreas Seppi) auch die drei gesetzten deutschen Spieler ins Turnier ein. Dazu hat der Spielplan des heutigen Turniermittwochs mit dem ersten Auftritt von French Open-Halbfinalist Jürgen Melzer oder den Matches der beiden starken Spanier Albert Montanes und Nicolas Almagro einige echte Leckerbissen zu bieten.