Mayer glänzt – Deutsches Quartett auf dem Center Court!

Da hat alles Daumendrücken nichts geholfen! Mit Florian Mayer konnte am Montag nur ein deutscher Spieler sein Auftaktmatch bei den German Open Tennis Championships am Hamburger Rothenbaum gewinnen. Für Andreas Beck, Björn Phau, Simon Greul und auch Lokalmatador Mischa Zverev ist das größte deutsche Tennisturnier dagegen schon nach dem ersten Tag beendet.
Florian Mayer strahlte gestern Mittag mit der Hamburger Sonne um die Wette. Der Bayreuther eröffnete die Hauptfeldpartien auf dem Center Court mit einem 6:4, 6:1-Erfolg über den Überraschungshalbfinalisten des Vorjahres, Pablo Cuevas aus Uruguay und schaffte damit als erster deutscher Tennisprofi den Einzug in die zweite Runde.

„Ich habe heute wirklich sehr gut gespielt“, war Mayer nach seiner 69-minütigen Mittagsschicht hochzufrieden. Durch den Viertelfinaleinzug beim Mercedes Cup in Stuttgart in der vergangenen Woche reiste Mayer mit viel Selbstvertrauen im Gepäck vom Neckar an die Elbe und stellte das auch gegen Cuevas eindrucksvoll unter Beweis. Zitat Mayer: „Wenn ich so weiterspiele, habe ich eine große Chance weit zu kommen.“

Der ehemalige Wimbledon-Viertelfinalist dominierte die Partie nach einem ausgeglichenen ersten Satz mit spielerischer Leichtigkeit und wurde für sein risikoreiches Angriffstennis belohnt und macht sich nun Hoffnungen auf sein bisher bestes Abschneiden in Hamburg. „Wenn ich so weiterspiele, habe ich eine große Chance weit zu kommen – vielleicht sogar bis ins Halbfinale!“, machte Mayer den deutschen Tennisfans Hoffnungen am Rothenbaum mal wieder eine schwarz-rot-goldene Erfolgsgeschichte. In der zweiten Runde bekommt es der lange Schlacks aus Franken heute mit dem an Position 15 gesetzten Ukrainer Alexandr Dolgopolov zu tun.
Mit der deutschen Herrlichkeit war es ansonsten aber nicht wirklich weit her.  Björn Phau konnte seinen Siegeszug aus der Qualifikation im Hauptfeld nicht fortsetzen. Der  29-Jährige aus Weilerswist lieferte sich mit Potito Starace (Italien) im ersten Durchgang zwar noch einen harten Kampf, stand in Satz zwei aber völlig verlorenem Posten und musste schließlich mit 5:7, 0:6 die Segel streichen.
Auf der Suche nach seiner Topform befindet sich weiterhin Andreas Beck, der nach seiner Ellbogenverletzung immer noch nicht richtig in Tritt kommt. Das 3:6, 6:4, 5:7 gegen den tschechischen Davis Cup-Spieler Jan Hajek war für Beck bereits die neunte Erstrundenniederlage im Jahr 2010. Zwar bewies der Ravensburger großen Kampfgeist, zog aber bei  den entscheidenden Ballwechseln immer wieder den Kürzeren. Auch der eine oder andere spektakuläre „Trick-Shot“ durch die Beine konnte den Süddeutschen letztlich nicht mehr retten.
Auch Mischa Zverev ließ seinen Heimvorteil verstreichen. Der Hamburger hielt das Match gegen Jan Hajek nur im ersten Satz offen und verlor letztlich deutlich 5:7, 1:6. „Das Match war ein Blackout. Er hat alle Bälle früh genommen und aggressiv gespielt und somit war ich ständig unter Druck“, zeigte sich Zverev enttäuscht von seinem Heimspiel.  Nur wenig besser machte es zeitgleich auf Court M1 Simon Greul. Nach seinen guten Leistungen in Stuttgart unterlag er dem italienischen  Qualifikanten Simone Bolelli etwas unglücklich in einem Tie Break-Krimi nach knapp zwei Stunden mit 6:7 (4), 6:7 (4).

Im Mittelpunkt des Interesses am heutigen Dienstag steht zweifellos das einzige rein deutsche Duell in der ersten Runde. Mit der Partie zwischen Daniel Brands (Deggendorf) und Julian Reister (Hamburg) bekommen die Zuschauer im dritten Match des Tages auf dem Center Court einen echten „Nord Süd-Kracher“ geboten. Zuvor steht dem zweiten Lokalmatadoren Tobias Kamke (Lübeck) mit dem Match gegen Eduardo Schwank eine äußerst unangenehme Aufgabe bevor. Vorjahressieger Nikolay Davydenko macht sich dann nicht vor 17.30 Uhr auf seine „Mission Titelverteidigung.“ Er muss sich zum Auftakt mit Florent Serra (Frankreich) messen.