Der Erste Tag am Rothenbaum

Florian Mayer strahlte am Rothenbaum mit der Hamburger Sonne um die Wette. Der Bayreuther eröffnete die Hauptfeldpartien der German Open Tennis Championships 2010 auf dem Center Court mit einem 6:4, 6:1-Erfolg über den Überraschungshalbfinalisten des Vorjahres, Pablo Cuevas aus Uruguay und schaffte damit als erster deutscher Tennisprofi den Einzug in die zweite Runde.
„Ich habe heute wirklich sehr gut gespielt“, war Mayer nach seiner 69-minütigen Mittagsschicht hochzufrieden. Durch den Viertelfinaleinzug beim Mercedes Cup in Stuttgart in der vergangenen Woche reiste Mayer mit viel Selbstvertrauen im Gepäck vom Neckar an die Elbe und stellte das auch gegen Cuevas eindrucksvoll unter Beweis.

Der ehemalige Wimbledon-Viertelfinalist dominierte die Partie nach einem ausgeglichenen ersten Satz mit spielerischer Leichtigkeit und wurde für sein risikoreiches Angriffstennis belohnt und macht sich nun Hoffnungen auf sein bisher bestes Abschneiden in Hamburg. „Wenn ich so weiterspiele, habe ich eine große Chance weit zu kommen – vielleicht sogar bis ins Halbfinale!“, machte Mayer den deutschen Tennisfans Hoffnungen am Rothenbaum mal wieder eine schwarz-rot-goldene Erfolgsgeschichte. In seiner zweiten Rundenpartie bekommt es der lange Schlacks aus Franken heute mit dem an Position 15 gesetzten Ukrainer.

Mit der deutschen Herrlichkeit war es ansonsten am ersten Hauptfeldspieltag noch nicht so weit her.  Björn Phau konnte seinen Siegeszug aus der Qualifikation im Hauptfeld nicht fortsetzen. Der  29-Jährige aus Weilerswist lieferte sich mit Potito Starace (Italien) im ersten Durchgang zwar noch einen harten Kampf, stand in Satz zwei aber völlig verlorenem Posten und musste schließlich mit 5:7, 0:6 die Segel streichen.

Auf der Suche nach seiner Topform befindet sich weiterhin Andreas Beck, der nach seiner Ellenbogenverletzung immer noch nicht richtig in Tritt kommt. Das 3:6, 6:4, 5:7 gegen den tschechischen Davis Cup-Spieler Jan Hajek war für Beck bereits die neunte Erstrundenniederlage im Jahr 2010. Zwar bewies der Ravensburger großen Kampfgeist, zog aber bei  den entscheidenden Ballwechseln immer wieder den Kürzeren. Auch der eine oder andere spektakuläre „Trick-Shot“ durch die Beine konnte den Süddeutschen letztlich nicht mehr retten.