Kamke und Reister fiebern dem Rothenbaum entgegen

Hamburg – Bislang haben ihre Namen nur eingefleischten Tennisfans etwas gesagt. Seitdem Tobias Kamke und Julian Reister aber auf den größten Tennisbühnen der Welt für Aufsehen gesorgt haben, sind sie auch jenseits von Schleswig-Holstein bekannt. Bei den German Open Tennis Championships vom 17. bis 25. Juli feiern die beiden 24jährgen aus Lübeck und Reinbek dank einer Wild Card ihr Hauptfelddebüt.

„Schon als Kind und später auch als Jugendlicher bin ich immer an den Rothenbaum gekommen, um die großen Stars wie Pete Sampras oder Andre Agassi zu sehen“, erinnert sich Julian Reister. Und auch Tobias Kamke hat eine enge Beziehung zu dem hochwertigsten deutschen Turnier der ATP World Tour: „Früher habe ich hier Autogramme gejagt und den Topspielern zugesehen. Ich erinnere mich noch gut an einen der ersten Auftritte von James Blake. Das ist zwar schon viele Jahre her, aber  als Typ hat er mich schwer beeindruckt.“

Im Jahr 2010 stehen der 24jährige Julian Reister und der gleichaltrige Tobias Kamke nun selbst im Rampenlicht bei den German Open. Turnierdirektor Michael Stich hat den beiden jeweils eine Wild Card für das Hauptfeld der mit einer Million Euro Preisgeld dotierten Sandplatzveranstaltung gegeben. „Als Michael Stich bei mir anrief und mir seine Entscheidung mitteilte, war ich überglücklich“, berichtet Julian Reister. Für Tobias Kamke kam die Nachricht nicht ganz überraschend: „Insgeheim hatte ich schon im vergangenen Jahr auf eine Wild Card gehofft. Dass es nun geklappt hat, freut mich umso mehr. Ich glaube, Julian und ich haben uns in letzter Zeit durch konstant gute Leistungen empfohlen.“

Die beiden Norddeutschen haben sich in den vergangenen Wochen und Monaten nicht nur kontinuierlich in der ATP-Weltrangliste vorgearbeitet, sie konnten sich auch durch ein erfolgreiches Abschneiden bei den Grand Slam Turnieren in Roland Garros und Wimbledon in den Fokus der Öffentlichkeit spielen. Zuerst war es Reister, der bei den French Open mit dem Einzug in die dritte Runde den bislang größten Erfolg in seiner Karriere feiern konnte. Nach Siegen gegen Feliciano Lopez aus Spanien und gegen den Belgier Olivier Rochus wurde er vom Schweizer Roger Federer gestoppt: „Das war unglaublich und anfangs total unwirklich. Ich habe zwei Sätze gebraucht, um meine Nervosität abzulegen und ins Match zu kommen. Das nächste Mal wird mir das nicht mehr passieren.“ Kamkes Sternstunde kam in London, wo er zunächst den Spanier Guillermo Garcia-Lopez und dann Andreas Seppi aus Italien bezwang, bevor er sich dann dem französischen Weltranglisten-Zehnten Jo-Wilfried Tsonga beugen musste.

Ihrem Auftritt am Hamburger Rothenbaum fiebern die beiden Freunde aus Jugendzeiten schon jetzt entgegen: „„Das Turnier findet ja praktisch vor unserer Haustür statt, da herrscht jetzt schon Vorfreude pur. Tobi und ich haben uns extra die Woche vor Hamburg freigenommen, um uns bestmöglich vorzubereiten“, erzählt Julian Reister. Einfach nur mitspielen wollen weder er noch Tobias Kamke: „Wenn wir unsere Form der letzten Wochen bestätigen, können wir hier ein paar Runden gewinnen. Aber natürlich ist das auch immer von der Auslosung abhängig.“