Spannung und Dramatik pur in den Halbfinals

Paul-Henri Mathieu  und Nikolay Davydenko sind die Finalisten bei den International German Open Hamburg 2009. Beide kämpfen heute ab 15 Uhr auf dem Center Court um ein Preisgeld von 226.000 Euro und 500 Punkte für die ATP-Weltrangliste.

Gleich das erste Halbfinale entwickelte sich zu einem echten Marathon-Match. Paul-Henri Mathieu   benötigte 2:53 Stunden um seinen ersten Matchball zum 4:6, 6:3, 7:5 gegen den Überraschungsmann des Turniers, Pablo Cuevas ausUruguay, zu verwandeln. Dabei sahen die Zuschauer auf dem Center Court ein phasenweise packendes und bis zum Ende spannendes Vorschlussrundenmatch. Der Franzose startete enorm aggressiv, doch nach einer zehnminütigen Warmlaufzeit übernahm Qualifikant Cuevas das Ruder und steuerte mit einem 6:4 auch den Gewinn des ersten Satzes an. Auch in Durchgang zwei lag der ehemalige Schwimmer aus Uruguay schon mit einem Break vor, doch Mathieu schaffte mit einer Energieleistung zum 6:3 den Satzausgleich während ein kräftiger Regenschauer auf der Rothenbaum-Anlage niederging.

Dabei prasselten die Wassermassen so heftig auf das Dach ein, dass die Konstruktion an zwei Stellen dem Druck nicht standhielt. Zunächst tropfte es auf den Platz, ehe sich der Regen wasserfallartig auch noch auf einen Teil der Haupttribüne ergoss. Das Ergebnis war eine knapp 40-minütige Unterbrechung  bis der Regen sich beruhigt hatte und der dritte Satz beginnen konnte. Und es ging weiter hin und her. Mathieu führte mit einem Doppel-Break im Rücken bereits mit 5:2 – aber Cuevas schlug zurück, behielt die Nerven und stellte mit einer bemerkenswerten Serie auf 5:5. Dann war der Südamerikaner aber mit seinen Kräften am  Ende und so durfte Mathieu am Ende doch jubeln, als er den Sprung in sein erstes Finale seit 2008 Oktober geschafft hatte.  

„Die Unterbrechung vor dem dritten Satz hat mir wirklich gut getan. Ich war danach wesentlich ruhiger. Jetzt bin ich endlich mal wieder in einem Finale und will natürlich auch gewinnen“, schickte Mathieu gleich mal eine Kampfansage in Richtung Nikolay Davydenko.

In einem ähnlich intensiven Spiel gewann der ehemalige Weltranglistendritte gegen den Spanier David Ferrer nach hartumkämpften 2:13 Stunden ein 7:5, 7:6 (2). „Das war der absolute Wahnsinn. Ich habe heute zwar nicht perfekt gespielt, aber in den wichtigen Situationen viel Glück gehabt“, schmunzelt der Russe und erinnert sich daran, dass er in beiden Sätzen einen klaren Rückstand wettmachte. Wie im ersten Halbfinale entwickelte sich ein Match mit vielen Höhen und Tiefen für beide Akteure. Jeweils zu Beginn der Sätze leistete sich Davydenko viele Fehler, um sich dann mit mehr Druck in den Grundschlägen wieder heran zu kämpfen. In Durchgang zwei wehrte die Nummer zwei der Setzliste in Hamburg sogar einen Satzball Ferrers abwehrte und machte schließlich im Tie-Break ernst. Mit einer 4:0-Führung stellte er früh die Weichen auf Sieg und verwandelte schließlich seinen ersten Matchball. „Gegen Paul-Henri wird es ein hartes Match“, wagte Davydenko einen Blick voraus. Das kann den Zuschauern nur recht sein …