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David Ferrer bremst Greul-Höhenflug

Die deutschen Tennisfans müssen weiter auf den ersten deutschen Sieger am Hamburger Rothenbaum seit Michael Stich 1993 warten. Mit Simon Greul aus Reutlingen ist der letzte deutsche Vertreter im Viertelfinale der International German Open am Hamburger Rothenbaum ausgeschieden. Gegen David Ferrer gab es für den Schwaben nichts zu erben. Nach 1:03 Stunden siegte der spanische Davis Cup-Spieler mit seinem dritten Matchball glatt mit 6:2, 6:2.

Ferrer legte das deutlich konstantere Spiel an den Tag und setzte Greul von Beginn an mit starken Returns unter Druck. Ein frühes Break zum 3:1 verlieh ihm zusätzlich Sicherheit, sodass er jetzt mit noch mehr Selbstvertrauen agieren konnte. Greul steckte zwar nie auf, landete auch noch den einen oder anderen spektakulären Punkt, konnte dem Spanier allerdings zu selten gefährlich werden – letztlich machten sich die 53 Weltranglistenplätze Unterschied doch bemerkbar. Dennoch: Simon Greul spielte eine der besten Turniere seiner Karriere überhaupt und kann Hamburg erhobenen Hauptes verlassen.  

Ferrer trifft heute in der Vorschlussrunde auf den Russen Nikolay Davydenko, der mittlerweile als größter Favorit auf den Turniersieg gilt. Der Russe musste gegen den Rumänen Victor Hanescu erstmals im Turnierverlauf über drei Sätze gehen, siegte am Ende aber doch souverän mit 6:3, 4:6, 6:3. In einem von der Grundlinie geprägten Match, konnte Hanescu nur im zweiten Satz in die Phalanx des Russen einbrechen und die Partie dominieren. Mit Beginn des entscheidenden Satzes hatte Davydenko dann wieder an der Konzentrationsschraube gedreht und spulte sein Pensum in der Manier eines Weltklassespielers ab.

„Im ersten Satz habe ich sehr gut gespielt, dann fehlte wir aber ein wenig die Konzentration. Victor hat viele Stopps gespielt, ich musste viel laufen und habe sicherlich auch etwas Kraft verloren. Nach der Velretzungspause von Victor wurde es dann wieder besser und ich habe zu meinem Rhythmus zurückgefunden“, sagte die ehemalige Nummer vier der Welt.  „Ich fühle mich sehr gut und kann jeden Ball kontrollieren. Nur wenn ich in die Defensive gerate, mache ich noch zu viele Fehler,“ sieht der an zwei gesetzte Davydenko durchaus noch Verbesserungspotenzial.

Zuvor stehen sich im ersten Halbfinale Pablo Cuevas aus Uruguay und der Franzose Paul-Henri Mathieu gegenüber. Mit Cuevas sorgte der Überraschungsmann und Bezwinger von Philipp Kohlschreiber am Freitag für eine weitere Überraschung.  Der Südamerikaner setzte sich souverän mit 6:2, 6:4 in gerademal 1:14 Stunden gegen den favorisierten Spanier Nicolas Almagro durch. Almagro schien gegen den Schweden Robin Söderling am Donnerstag zu viel Kraft gelassen zu haben und hatte gegen den vor Selbstbewusstsein nur so strotzenden ehemaligen Schwimmer, der auch ohne Wasser zu Recht kam, keine Chance.

Kraft sparen konnte dagegen der Franzose Paul-Henri Mathieu. Der Bezwinger von Daniel Brands profitierte von der verletzungsbedingten Aufgabe seines serbischen Gegners Viktor Troicki, der mit und beim Stand von 0:3 mit einer Fußverletzung aufgeben musste. Mathieu zeigte sich überrascht von der Aufgabe seines Kontrahenten: "Ich habe damit nicht gerechnet und es ist schon iimmer etwas merkwürdig zu gewinnen. Jetzt freue ich mich aber auf das Halbfinale und will natürlich noch einen Schritt weiter", erklärte Mathieu, der wie so viele andere Spieler die Tage in Hamburg genießt. "Das Turnier ist perfekt organisiert. Der Center Court ist einmalig und das Hotel liegt sehr nahe bei der Anlage. Ich fühle mich sehr wohl." Ob er jenes gute Gefühl auch heute Abend noch verspürt, wird sicherlich maßgeblich vom Ausgang seines Halbfinals abhängen.