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Letzte Hoffnung Simon Greul – Kohlschreiber und Brands ausgeschieden

Die deutschen Hoffnungen bei den International German Open 2009 ruhen einzig und allein auf Simon Greul. Der Reutlinger verwandelte in der Nachtschicht am Rothenbaum um 23.43 Uhr seinen ersten Matchball zum 7:5, 7:6 (9:7) Achtelfinal-Erfolg gegen den Spanier Ivan Navarro und zieht als einziger Deutscher in die Runde der letzten Acht ein. Es ist Greuls erste Viertelfinalteilnahme bei einem ATP-Event in diesem Jahr.

Zuvor wurden allerdings mit dem große Regen Philipp Kohlschreiber und Daniel Brands aus dem Turnier gespült. Als größte Hoffnung war dabei zweifelsfrei der an Nummer acht gesetzte Philipp Kohlschreiber ins Rennen gegangen. Unter dem geschlossenen Dach des Center Courts am Rothenbaum unterlag der deutsche Davis Cup-Spieler allerdings dem Uruguayer Pablo Cuevas trotz einer phasenweise starken Leistung mit 4:6, 6:7 (8:10).

Kohlschreiber probierte alles und war auch immer wieder bereit Risiko zu gehen, doch Cuevas war den entscheidenden Tick besser. Im ersten Satz zog Cuevas in der finalen Phase einmal das Tempo und sicherte sich mit seinem überragenden Winkelspiel, den variablen Aufschlägen und vielen direkten Gewinnschlägen das 6:4. Zudem machte Cuevas fast keine Fehler, sodass "Kohli" für jeden Punkt hart arbeiten musste. Im Tie-Break des zweite Satzes führte Cuevas schon mit 5:1, doch der Augsburger steckte nicht auf und hatte sogar noch einen Satzball. Doch wieder war der frühere Schwimmer aus Uruguay der Glücklichere und Kohlschreiber ging doch noch baden. Cuevas verwandelte seinen vierten Matchball und riss jubelnd die Arme in die Höhe.

"Er ist sehr talentiert und hat heute im richtigen Moment immer den richtigen Ball gespielt. Natürlich ist es enttäuschend hier im Achtelfinale auszuscheiden. Insgesamt war mein Spiel heute etwas zu harmlos und deswegen kann ich nicht zufrieden sein", analysierte Kohlschreiber nach dem Match.

Auch der Höhenflug des Daniel Brands  ist Geschichte. Nach seinem spektakulären Zweitrundensieg über den an eins gesetzten Franzosen Gilles Simon, stoppte jetzt Paul-Henri Mathieu den aufstrebenden Niederbayern. Der Franzose verwandelte nach 1:41 Stunden seinen dritten Matchball zum 7:5, 7:5. Die Zuschauer sahen auf dem Center Court eine Partie auf hohem Niveau in der Mathieu seine Chancen konsequenter zu nutzen wusste. Während Brands drei Möglichkeiten ungenutzt ließ, riskierte sein Gegner jeweils bei eigener 6:5-Führung im ersten und zweiten Satz alles und wurde belohnt. Mit einigen grandiosen Returns in Serie zog er dem Niederbayern den Zahn und schaffte als erster Spieler den Sprung in Runde der letzten Acht. Das war kurz nach 14 Uhr und der große Regen an der Hallerstraße hatte gerade eben eingesetzt.

Erst knapp fünf Stunden später flogen auf den Außenplätzen wieder die Tennisbälle – und es sollte noch einmal richtig zur Sache gehen. Richtig voll wurde es zum Beispiel auf Court M2, als mit Simon Greul die letzte deutsche Hoffnung zu seinem Achtelfinale gegen Ivan Navarro antrat. Beim Stand von 5:5 im ersten Satz wurde es gegen 21 Uhr allerdings zu dunkel und das Spiel auf den Center Court verlegt – dort ging es nach dem 4:6, 7:5, 6:2 von David Ferrer gegen Juan Monaco aber erst um 22.33 Uhr weiter. Greul erwischte direkt einen Traumstart und holte sich Satz eins mit 7:5 und bewies im zweiten Satz Nervenstärke. Im entscheidenden Tie-Break wehrte er bereits drei Satzbälle ab und schlug dann eiskalt zu. Im heutigen Viertelfinale wartet mit David Ferrer ein weiterer Spanier. Ein gutes Omen für den Schwaben?

Die Segel streichen musste French Open-Finalist Robin Söderling. Ausgepumpt von seinem Heimerfolg in Bastaad verlor der Schwede gegen Nicolas Almagro (Spanien) mit 5:7, 3:6.