Brands, Petzschner, Greul und Beck jubeln über ihre Erstrundensiege

Hamburg – Gelungener Auftakt für die deutschen Tennisprofis bei den International German Open am Hamburger Rothenbaum. Eingerahmt von zwei heftigen Regenschauern zu Spielbeginn und am Abend – wie sollte es in Hamburg auch sonst anders sein – schafften vier von sechs gestarteten deutschen Tennisprofis am ersten Hauptfeldspieltag den Einzug in die zweite Runde.  Daniel Brands aus Deggendorf gewann dabei sein erstes Match am Hamburger Rothenbaum überhaupt.

Dem Niederbayern gelang beim 4:6, 6:4, 6:1 gegen Victor Crivoi nach verlorenem ersten Satz noch ein starkes Comeback. In der Runde der besten 32 trifft Brands, der erst mit einer Wildcard ins Hauptfeld kam, heute auf den topgesetzten Franzosen Gilles Simon. Ein Duell auf das sich Brands jetzt schon riesig freut. „Ich werde dieses Match genießen und hoffe, dass mich die Zuschauer wieder so toll unterstützen werden“, bedankte sich Brands auch beim Hamburger Publikum. „Im ersten Satz habe ich mich noch sehr schwer getan, aber dann bin ich immer besser in die Partie hineingekommen“, urteilte Brands, der besonders im dritten Satz das Match über seinen starken Aufschlag und die krachende Vorhand dominierte.

Nur 60 Minuten später folgte Brands mit Philipp Petzschner der nächste Bayer in Runde zwei. Der Bayreuther setzte sich gegen Florent Serra aus Frankreich souverän mit 7:6 (7:3), 6:2 durch und setzte seinen Gegner besonders mit einem mutigen und variantenreichen Returnspiel unter Druck. Der Davis Cup-Spieler hofft nun gegen den an Position zwei eingestuften Russen Nikolay Davydenko auf eine Überraschung.

„Ich bin froh, dass ich so gut ins Turnier reingekommen bin. Nach dem guten Tie-Break wurde es dann im zweiten Satz auch deutlich leichter," erklärt Petzschner der die Top 30 der Weltrangliste anvisiert hat und dabei noch professioneller agieren will. „In dieser Woche bin ich zum ersten Mal mit eine Konditionstrainer und Physiotherapeuten unterwegs und erhoffe mir dadurch körperlich konstanter zu werden, um auch mehrere Spiele in Folge auf einem guten Niveau bestreiten zu können.“

Mittlerweile hatten die Deutschen auf dem Center Court also eine echte Erfolgsspur gelegt und in der marschierten auch Simon Greul und Andreas Beck munter mit. Greul rollte ähnlich wie Daniel Brands das Feld gegen den Serben Janko Tipsarevic von hinten auf, gewann schließlich mit 2:6, 6:3, 6:3 und stellte damit seine aufsteigende Form unter Beweis. „Ich fühle mich momentan auf dem Tennisplatz sehr wohl und will auch hier in Hamburg an meine gutenLeistungen anknüpfen. Zum Glück habe ich den ersten Satz schnell abgehakt und bin dann wesentlich aggressiver zur Sache gegangen“, freute sich Greul über seine Leistungssteigerung im Verlaufe des Matches. Auf den Kornwestheimer wartet nun Davis Cup-Spieler Mischa Zverev. „Das wird sicher ein tolles Spiel und vor allem auch gut für die Zuschauer“, fiebert Greul schon dem Match am Mittwoch entgegen.

Dann wird Andreas Beck wieder mit von der Partie sein. Der Ravensburger legte gestern eine echte Spätschicht ein und kämpfte den auf Sand enorm starken Spanier Oscar Hernandez nach 2:51 Stunden mit 6:7, 6:4, 6:4 nieder und tankte damit nach den jüngsten Niederlagen viel Selbstvertrauen. In einem ausgeglichenen ersten Satz hatte Beck im Tie-Break dem Spiel seines Kontrahenten nichts entgegenzusetzen und geriet auch zu Beginn von Satz zwei prompt mit einem Break in Rückstand. Doch Beck kam wieder zurück, verwandelte um 23:19 Uhr seinen vierten Matchball und streckte die Faust in den Hamburger Nachthimmel.

Ausgeschieden ist Björn Phau aus Weilerswist. Der 29-Jährige unterlag dem Sandplatzspezialisten Pablo Cuevas aus Uruguay in seinem Erstrundenmatch mit 6:7 (0), 4:6. In den entscheidenden Situationen spielte der Südamerikaner sein großes Talent aus, überrollte den Deutschen im Tie-Break des ersten Satzes, und verwandelte auch gleich seinen ersten Matchball. Der jüngste Rothenbaum-Starter Kevin Krawietz aus Coburg unterlag bei seiner ATP-Premiere gegen Jan Hernych aus Tschechien mit 0:6, 6:4, 3:6 (siehe Seite 12).

Mit den Siegen von Brands, Petzschner, Greul und Beck fällt die deutsche Bilanz des Eröffnungstages absolut zufriedenstellend aus – auf diesen Erfolgserlebnissen können die schwarz-rot-goldenen Tenniscracks aufbauen.